Monster Reifenwechsel

Sommerzeit – Urlaubszeit! Eigentlich eine tolle Sache. Außer, wenn die Monster wirklich dringend einen Reifenwechsel benötigt und die nahegelegene Ducati-Vertretung Betriebsferien hat. Aber warum ist man für so eine Standard-Wartung überhaupt auf den Service des Herstellers angewiesen?

Das liegt an der speziellen Aufnahme des Hinterrads im Zusammenhang mit der Einarm-Schwinge der Monster 1200S. Die Felge bietet keine Möglichkeit der Aufspannung/Zentrierung in üblichen Reifen-Montiermaschinen.

Was also tun, wenn man das Ferienende nicht abwarten möchte?

Man benötigt natürlich einen Adapter zwischen Felge und Reifenmontiermaschine. Ducati hat so etwas im Ersatzteil-Programm (Nummer 88713.2951) und zweifellos hat jede Ducati-Werkstatt dieses Teil im Standard-Werkzeugvorrat. Für Endanwender gibt es dieses Spezialwerkzeug käuflich zu erwerben, z.B. bei Stein-Dinse für schlanke € 227,- und eine Lieferzeit zwischen 2-8 Wochen – Hust!)

Dabei steckt in diesem Adapter keine Raketenwissenschaft. Wer eine Drehmaschine hat oder jemanden kennt, der eine hat oder … kann ein funktionales Äquivalent kurzfristig selbst anfertigen.

Benötigte Ressourcen:

  • Rundmaterial ≥ Ø 75 mm und ca. 90 mm lang, plus genügend „Fleisch“ zum Einspannen
  • etwa zwei Stunden Zeit an einer Drehmaschine, für einen Laien.

Da beim Reifenwechsel weder speziell hohe Kräfte noch speziell hohe Drehzahlen vorkommen, genügt für so einen Adapter ein leicht zu bearbeitendes Material mit vergleichsweise geringer Festigkeit.

Ich hatte noch ein geeignetes Stück Alu-Rundmaterial in meinem Vorrat und entschied mich, den benötigten Adapter selbst zu fertigen.

Das Ergebnis sah dann so aus:

Die erforderlichen Maße kann man an der freiliegenden Hinterachse der Monster abgreifen. Gewindeabmessung: Ø 48 x 1.5 mm.

Besondere Sorgfalt habe ich dem zylindrischen Sitz des Zentrierkegels gewidmet, weil dieser alleine für die eigentliche Zentrierung sorgt. Ich habe den Adapter speziell für meine Monster 1200S (oder alle anderen Ducatis mit „großer“ Hinterachse) angefertigt, und kann deshalb sowohl den Original-Zentrierkegel als auch die Original-12-Kant Radmutter für eine (leichte) Verspannung verwenden.

Was ich an der Monster 1200 Hinterachse nicht abgreifen konnte war der Durchmesser eines zylindrischen Dorns, welcher auf gängige Reifen-Montiermaschinen passen würde. Hier habe ich mich an den Innendurchmesser-Abstufungen aus gängigen Wälzlagerkatalogen orientiert, da Reifenwerkstätten doch auch Räder mit herkömmlicher Lagerung bedienen können müssten. Also entschied ich mich – auch vor dem Hintergrund meiner vorhandenen Spiralbohrer – zunächst für eine Ø 20 mm Bohrung durch meinen Adapter, welche sich als geeignet erwies.

Die Mechaniker bei der schließlich beauftragten KTM-Werkstatt fanden den Adapter jedenfalls „cool“, wie sie mehrfach äußerten. Und fortan bin ich in der Wahl der beauftragten Reifenwerkstatt extrem flexibel. 😎

Monster 1200S Hinterrad-Nabe mit Eigenbau Montage/Auswuchtadapter

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