Mein erstes Pullover-Projekt

Der Strickkurs bei Tatjana war sehr intensiv gewesen und ich war mir gar nicht sicher, ob ich zu Hause noch alles alleine umsetzen könnte. Mein nächstes geplantes Projekt war ein leichter Pullover für kühlere Tage im Frühling. Da waren natürlich schon ein paar neue Lernschritte eingebaut.

Schon längere Zeit harrte in meiner Kommode ein Karton „Summer Lace“- Garn von Lana Grossa der Dinge, die da kommen sollten. Für die Strickmaschine brachte es die idealen Voraussetzungen für den geplanten Pullover mit: Nadeldicke 3-3.5 – glatt gedrehtes Garn.

Nach meinen gemachten Erfahrungen war jetzt natürlich klar, dass zuerst eine Maschenprobe gestrickt werden musste. Das war sehr schnell gemacht. Nach intensiver Suche in alten Strickheften fand ich auch den Wunsch-Pullover mit einer entsprechenden Strickvorlage. Ich bevorzuge immer V-Ausschnitte, was natürlich eine zusätzliche Herausforderung war. Dazu später mehr.

Auf einer Einbett-Strickmaschine ist es nicht ganz so einfach ein normales Bündchen zu stricken. Deshalb empfahl mir Tatjana, es mit den „Mausezähnchen“ (Picotsaum) zu machen. Da wir dieses Thema im Kurs ziemlich zackig abgewickelt hatten, wollte ich dies zuerst an einem Musterlappen ausprobieren. Das Muster gelang gut und der Ernstfall war auch kein Problem.

Mausezähnchen resp. Picotsaum

Bis anhin hatte ich immer alles nach Strickvorlagen gestrickt. Da waren natürlich immer alle Berechnungen bereits enthalten. Auf der Strickmaschine zeigt sich das Gestrickte anders, als wenn man von Hand arbeitet. Also musste ich diese Berechnungen nun selber vornehmen. Der gute alte Dreisatz musste wieder aktiviert werden 🤓.

Anschlag und Reihen waren ja noch einfach, Armausschnitte, Schultern und V-Ausschnitt schon etwas schwieriger. Die Krönung war aber die Armkugel vom Arm. Da habe ich ziemlich viel Gehirnschmalz investiert 🤯 bis ich mit der Rundung zufrieden war.

Da ich so eine Berechnung zum ersten Mal machte und es keine bösen Überraschungen beim Stricken geben sollte, habe ich alles mehrfach durchgecheckt. Am Schluss gab ich alles zur Überprüfung an meinen persönlichen QS-Verantwortlichen: meinen Lieblingsmann!

Nachdem das grüne Licht da war, ging es mit dem Rückenteil los. Das war ja, mit Ausnahme der Mausezähnchen, der einfachste Teil. Ich habe mir aber viel Zeit gelassen, ich hatte einfach keine Lust etwas aufzutrennen. Diese Strategie ist ja normalerweise nicht so mein Ding, aber sich hier einmal in Geduld zu üben zahlte sich voll aus. Es entstanden keine Fehler und so war ich voll motiviert für die weiteren Teile.

Die Bördchen bei den Ärmeln waren schon einfacher, es waren natürlich auch viel weniger Maschen. Damit ich die Kontrolle der Aufnehmen und im Anschluss die Abnehmen für die Kugel sauber stricken konnte, erstellte ich mir in Excel eine Tabelle, was in welcher Reihe gemacht werden muss. Gleichzeitig konnte ich damit die Kalkulation der Maschen und Reihen überprüfen. Die Strickmaschine hat einen Reihenzähler und so wusste ich, aha Reihe 5, je ein Aufnehmen oder was auch immer. Somit konnte ich die Ärmel ohne grossen Aufwand identisch stricken. Das mit der Excel-Tabelle war echt chic und werde ich auch in Zukunft beibehalten.

Das Vorderteil, resp. der V-Ausschnitt war dann die zweite grosse Heraus-forderung. Ich hatte mir viele Gedanken über das Stricken der Borte am Ausschnitt gemacht und ich kam schlussendlich zur Entscheidung, dass dies für mich in diesem Stadium einfach noch zu schwierig war auf der Maschine. Ich würde diese Borte von Hand anstricken.

Zuerst musste aber der Ausschnitt gestrickt werden. Auch hier habe ich mit der Excel-Tabelle gearbeitet, das macht die Kontrolle der gestrickten Reihen und der notwendigen Abnahmen extrem einfach und es passiert dann auch wirklich gleichmässig.

Normalerweise kann man vorne die Masche in der Mitte einfach stehen lassen und strickt diese dann beim Bord mit. Das hatte ich nicht berücksichtigt und musste dann beim anstricken ein kleines bisschen basteln 😉. Aber grundsätzlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Dann kamen die üblichen Arbeiten wie beim Stricken von Hand: Fäden vernähen, feucht spannen und zusammen nähen. Das Zusammennähen mache ich immer mit dem Matratzenstich, das gibt meiner Meinung nach das schönste Ergebnis bei der Naht.

Insgesamt bin ich mit meinem Prototyp zufrieden. Ich habe wieder viel gelernt und ich bin schon viel entspannter für mein nächstes Projekt: ein Jacke für meine Freundin.

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