E-MTB Schaltungs Tuning đŸ€©

Ich habe mir eine nicht ganz billige AufrĂŒstung meines E-MTBs, eines 2020er TREK Rail 9.8 gegönnt:

Edelmetall! đŸ€©

den Umbau auf eine drahtlos angesteuerte elektronische Schaltung in der derzeit technisch fortgeschrittensten SRAM «Full Mount» AusfĂŒhrung und «XX»-QualitĂ€t.

WĂ€hrend ich dies schreibe, ist die AufrĂŒstung noch nicht vollzogen (beim Eingangs-Teaser Foto allerdings schon!) , aber die Komponenten (Schaltwerk, Kassette, Kettenrad, Kette und Controller (Bedienteil am Lenker)) liegen bereits auf meinem Schreibtisch 😊

Das Edelmetall wartet auf den Einbau und den ersten Ausritt!

FĂŒr die Ungeduldigen: ein SRAM Anleitungsvideo, in dem der Umbau auf eine Full Mount Schaltung vollstĂ€ndig beschrieben ist, findet sich hier. NatĂŒrlich lĂ€uft in der Praxis nicht alles so glatt wie im Video, sonst lohnte es ja nicht, einen Blog-Artikel darĂŒber schreiben …

Aber von Anfang an: zwei Kollegen von mir im RMC Appenzell hatten bereits eine elektronische Schaltung an ihren E-MTB, was mir anfangs nur am Fehlen eines Schalt-Bowdenzugs an Lenker und Hinterbau und dem folglich «aufgerĂ€umten» Look aufgefallen war. Darauf angesprochen, Ă€usserten sich beide ausgesprochen positiv ĂŒber ihre bisherigen Erfahrungen damit. Nun war mein Interesse geweckt und ich begann mich einzulesen.

Bald schwirrte mir der Kopf ob der vielen neuen, mir bis dahin völlig unbekannten Fachbegriffe wie «Transmission», «T-Type», Full Mount, AXS, UDH etc.. Und quasi sofort stellte sich mir die ganz grundsĂ€tzliche Frage der KompatibilitĂ€t, ob mein E-MTB ĂŒberhaupt fĂŒr den angepeilten Umbau geeignet sei? Leider blieb meine diesbezĂŒgliche Anfrage an den TREK-HĂ€ndler in Biel, bei dem ich das Bike vor mehr als vier Jahren nagelneu gekauft hatte, unbeantwortet. Nun gut: ein After-Sales Support ĂŒber mehr als vier Jahre hinweg wĂ€re zwar schön gewesen, aber nicht zwingend zu erwarten. Dann eben nicht.

So verschlang ich weiter Anleitungsvideos und Umbaubeschreibungen, Komponentenbeschreibungen und Begriffsdefinitionen, ohne wirklich schlauer zu werden. Gerne hĂ€tte ich einmal ein Bike in der gewĂŒnschten Konfiguration (zumindest mit «Full Mount» Schaltwerk) live und in 3D gesehen und auch mal ein bisschen «befingerlet», um die ZusammenhĂ€nge besser zu «begreifen». Aber auch ein Besuch bei der St. Galler Veloplus Filiale blieb erfolglos: kein einziges der dort ausgestellten Velos wies eine Full Mount Schaltung auf. Ein befragter VerkĂ€ufer rĂ€umte ein, dies sei eher ein Thema im «High End» Bereich, bot mir aber an, die benötigten Komponenten fĂŒr mich zu bestellen wenn ich ihrer Werkstatt einen «Umbauauftrag» erteilen wolle. Mir war klar, dass diese Werkstatt ganz offensichtlich noch nie einen derartigen Umbau durchgefĂŒhrt hatte. Und meine Neigung, anderen Monteuren deren Lehrgeld zu bezahlen war gleich Null. Dann doch lieber selbst schlau đŸ’Ș werden.

So wandte ich mich schliesslich per Kontaktformular direkt an den SRAM Support. Die erste Auskunft von Andy@SRAM war gleich ermutigend: da mein E-MTB ĂŒber ein UDH (Universal Derailleur Hanger = standardisiertes, geschraubtes Schaltauge) verfĂŒgt, ist es grundsĂ€tzlich fĂŒr einen Umbau auf «Full Mount» geeignet.

Ich hatte bisher eine SRAM E-MTB Schaltung der 2020er «GX Eagle» Serie, und mir war klar, dass ich fĂŒr einen Umbau auf «Full Mount» mindestens Kassette und Schaltwerk tauschen mĂŒsste, plus Einbau einer Full Mount kompatiblen Kette natĂŒrlich. Bis dahin hatte ich geplant, mich weiter im «GX» Bereich zu bewegen, SRAM’s Einstiegs-QualitĂ€t. Als ich Andy anfragte, ob ich mein vorderes Kettenblatt weiterverwenden könne, empfahl er mir statt dessen das aus der XX-Serie:

Ist natĂŒrlich eine Augenweide đŸ€©, und damit fing ein teurer Nachdenkprozess bei mir an: wenn ich schon GX-Komponenten mit einem XX-Kettenrad kombinieren konnte, warum dann nicht gleich alles in «XX» nehmen? Mit inzwischen fast 68 Jahren dachte ich mir: wann, wenn nicht jetzt! 😇

Langer Rede, kurzer Sinn: Andy bestÀtigte mir schliesslich die KompatibilitÀt der folgenden Komponentenliste sowohl untereinander, als auch mit meinem 2020er TREK Rail 9.8.

  • Chainring XX Eagle AXS part number 11.6218.059.000
  • Cassette XS-1297 part number 00.2418.125.000
  • Derailleur RD-XX-E-B1 part number 00.7518.161.000
  • Chain XX 12x  part number 00.2518.056.010
  • Battery AXS/Eagle AXS Akku part number 00.3018.102.000
  • Charger AXS/Eagle AXS Charger part number 00.3018.117.000
  • AXS Pod Controller EC-AXS-PODR-D1 part number 00.3018.404.005

Also sprang ich ins kalte Wasser und bestellte alle im Eingangsbild gezeigten Komponenten, zum Eigeneinbau. Nicht gezeigt, aber ebenfalls mitbestellt: das LadegerĂ€t fĂŒr den Schaltungs-Akku. FĂŒr schlanke Fr. 1’200,- , plus nochmals rund Fr. 50.- fĂŒr Bike-spezifische Werkzeuge.

Warum gebe ich soviel Geld aus?

Ich werde jetzt nicht die Marketing-Behauptungen von SRAM rezitieren. Auch eine Gewichtseinsparung in der Grössenordnung von im vielleicht unteren dreistelligen Grammbereich lĂ€sst mich kalt, solange ich durch eine Woche disziplinierteres Essen und Trinken ein Mehrfaches an (Eigen-)Gewicht einsparen kann. Die qualitativ höherwertigen Materialien mit verschleissfesteren OberflĂ€chen einer «XX»-Ausstattung im Vergleich zu einer «GX»-Ausstattung nehme ich aber gerne mit.

Was mich aber in der Hauptsache als Ingenieur sehr angesprochen und vom Konzept her ĂŒberzeugt hat, ist zweierlei:

  1. die Eliminierung von ElastizitĂ€t in der Ansteuerung des Schaltwerks, unvermeidliche Folge eines ca. anderthalb Meter langen, verwinkelt verlegten Schalt-Bowdenzugs, sowie einer einseitigen Verschraubung des Schaltwerks am Schaltauge. Im Gegensatz zu einer bei der elektronischen Ansteuerung maximal direkten Krafteinwirkung durch einen ins Schaltwerk integrierten Stellmotor. Die beidseitige Umfassung des Ausfallendes durch den beim «Full Mount» gegabelten Kopf des Schaltwerks trĂ€gt das Ihre zur Versteifung der Schaltung bei.
  2. die «kinematische Reinheit» der koaxialen Lagerung von Kassette und Schaltwerk direkt auf der Hinterachse, anstatt wie bisher auf zwei unterschiedlichen Achsen (Hinterachse fĂŒr die Kassette, sowie Achse des dazu exzentrischen (!) Schaltauges).

Erwartungen an den Umbau

Ich verspreche mir von diesem Umbau ein deutlich knackigeres, d.h. prĂ€ziseres und gerĂ€uschĂ€rmeres Schalt-«Erlebnis». Also ein dezentes «klick» anstatt des aktuellen «Ratsch-Krack». Mir ist schon klar, dass ich durch saubere Einstellung der bisherigen Schaltung die GerĂ€uschentwicklung hĂ€tte zurĂŒckdrĂ€ngen können, aber inzwischen ĂŒberwog bei mir die «Haben wollen» MentalitĂ€t. Und wer weiss: vielleicht kann ich mit den ausrangierten GX-Komponenten noch einen mittellosen Jung-Biker glĂŒcklich machen? (PS: schon passiert!)

Werde ich deswegen schneller unterwegs sein? Wohl kaum đŸ„Č

Werde ich mich öfters aufs Bike schwingen? Sehr gut möglich! 😇

Werde ich hĂ€ufiger schalten? Wenn der Umbau so erfolgreich sein wird wie ich hoffe, dann ganz sicher! 😎

Ab jetzt erfolgt der Umbaubericht quasi als «Live»-Reportage. Wer gezielt den Umbau einer bestimmten Komponente anspringen möchte, kann sich an den nachfolgenden Links bedienen.

Kassette

Ich muss in einem frĂŒheren Leben schon einmal eine Kassette demontiert und/oder montiert haben. Jedenfalls fand ich in meiner Bike-Kiste noch ein passendes Werkzeug fĂŒr die Kassetten-Verschlussmutter und einen Gegenhalter (Kettenpeitsche). SRAM empfiehlt die Verwendung eines Abziehers mit «FĂŒhrungsstift». Mein Werkzeug hatte sogar einen solchen FĂŒhrungsstift, allerdings nur einen mit Ăž 5 mm. Davon war offensichtlich in der Hinterradnabe/Freilauf mit Innen-Ăž 12 mm keine FĂŒhrung zu erwarten. Anstatt ein neues, passendes Werkzeug zu bestellen, habe ich mir aus einem Messing-Rundmaterial aus meiner Restekiste mit Ăž 12 mm schnell eine Buchse gedreht, um den vorhandenen dĂŒnnen FĂŒhrungsstift passend aufzufĂŒttern. FĂŒr ein selten verwendetes Werkzeug schien mir die Materialwahl ausreichend. Ich habe mir sogar noch die Zeit genommen, eine 3 mm Madenschraube einzusetzen damit die Buchse sich nicht irgendwann selbststĂ€ndig macht.

FĂŒr das Auswechseln der Kassette muss man zuerst die alte Kassette demontieren. Das dazu passende Werkzeug hatte ich mir soeben vorbereitet. Allerdings muss man wegen Rechtsgewinde der Verschlussmutter zum Lösen das Werkzeug (mit Blick auf die Kassette) im Gegenuhrzeigersinn bewegen. Das ist leider die Freilauf-Richtung der Kassette. Also muss man die Kassette wĂ€hrend des Lösens der Verschlussmutter (locknut) mit einem zweiten Werkzeug fixieren. Hier kommt nun die Kettenpeitsche ins Spiel:

Anscheinend hatte ich mir die Peitsche zu Zeiten angeschafft, als noch 9er, 10er oder 11er Kassetten das Mass der Dinge waren. Jedenfalls ist/war die Kette der Peitsche zu breit, um sie auf ein Ritzel der vorhandenen 12er Kassette aufzulegen. Also habe ich sie notgedrungen auf das Ă€usserste 50er Ritzel aufgelegt, weil dort keine Nachbarritzel störten. NatĂŒrlich kam ich so nur auf einen sehr kleinen Umschlingungswinkel. Damit das freie Kettenende nicht unter Belastung ungewollt abspringen konnte, habe ich es kurzerhand mit einem Kabelbinder fixiert:

Nach dem Lösen der Verschlussmutter konnte ich die Kassette problemlos abziehen und «alt» sowie «neu» ausfĂŒhrlich begutachten und vergleichen.

Sofort fiel mir auf, dass die jeweils grössten Ritzel unterschiedlich weit nach innen «eingezogen» waren. Um dies zu quantifizieren, legte ich ein Stahllineal hochkant jeweils ĂŒber die Ebene des grössten Ritzels. Der abgebildete Prismenblock dient nur zur AbstĂŒtzung des hochkant stehenden Stahllineals wĂ€hrend des Fotoshootings:

FĂŒr mein Hobby Modellbau verfĂŒge ich ĂŒber zwei SĂ€tze Spiralbohrer, welche zusammen den Durchmesserbereich zwischen 1.0 mm und 10.0 mm in Schritten von 0.1 mm lĂŒckenlos abdecken. Aus diesem Fundus habe ich mir jeweils denjenigen Bohrer ausgesucht, welchen ich in den Luftspalt unterhalb des Stahllineals einfĂŒhren konnte so dass er gerade noch nicht das Stahllineal berĂŒhrte, siehe vorige Bilder.

Ich ermittelte so einen Unterschied zwischen beiden Kassetten von satten 1.6 mm! Der geringere Einzug der XX-Kassette hat zur Folge, dass ich die Kassette bis zu ihrem Anschlag am Flansch des Freilaufs weniger weit in Richtung Radinneres aufstecken kann und sie effektiv 1.6 mm weiter aussen liegt. FĂŒr eine Schaltung, die damit beworben wird dass sie keinerlei Einstellschrauben enthĂ€lt, hielt ich das fĂŒr signifikant. Eine email-Anfrage bei «Andy» vom SRAM-Support brachte die Antwort, dass dies so sein mĂŒsse. Ich solle einfach gemĂ€ss Anleitungsvideo weiter fortfahren und dies «bis auf den Punkt genau» («to a ‚T‘ «) befolgen. Auch wenn bei mir leise Zweifel bleiben: derzeit kann ich nichts weiter tun als diesen Worten zu vertrauen. Ob die Schaltung in dieser Form wie gewĂŒnscht funktionieren wird, werde ich erst feststellen können, wenn sĂ€mtliche Komponenten getauscht worden sind. Die Spannung steigt jedenfalls đŸ€”

Ich habe schliesslich die neue Kassette auf den Rapid Drive 54T Freilaufkörper aufgefÀdelt und mit 40 Nm festgezogen. Bisher sieht das schonmal gut aus, finde ich:

Kettenrad

Um Zugang zur Verschlussmutter des DirectMount Kettenblatts zu erhalten, muss zuerst die Kurbel mit Pedal abgezogen werden. Mein vorhandener Abzieher hatte allerdings einen zu kleinen Stempeldurchmesser. NatĂŒrlich kann man einen passende Abzieher fĂŒr sehr kleines Geld bei den einschlĂ€gigen Versendern im Internet bestellen. Aber wenn man Sonntags nachmittags eigentlich das vordere Kettenblatt austauschen möchte, ist man nicht in der Stimmung, die Arbeit fĂŒr ein bis zwei Tage bis zur Lieferung des Werkzeugs zu unterbrechen.

So habe ich also kurzerhand ein paar SpÀne produziert um mittels einer Aufsatzkappe meinen Abzieher schnell passend zu machen.

Der Austausch des Kettenrads brachte mir nochmals ein paar Schrecksekunden ein, weil der Leichtmetall-Stern (spider) des XX-Kettenrads im Bereich der Nabe satte 6.0 mm stark ist, das bisherige Stahl Kettenrad jedoch nur 3.5 mm stark ist, dafĂŒr aber mit einer zusĂ€tzlichen konischen, 2.6 mm starken Druckscheibe auf der Antriebswelle angebracht war.

NatĂŒrlich macht das ansonsten hervorragende SRAM Installationsvideo fĂŒr die Full Mount Schaltung keine Angaben dazu, wie mit einer derartigen Distanzscheibe zu verfahren ist. Das Problem löste sich aber auf natĂŒrlichem Wege: mit montierter Distanzscheibe verdeckt der Leichtmetallstern des XX-Kettenrads nahezu alle GewindegĂ€nge der Antriebswelle, so dass die Verschlussmutter sich nicht mehr hĂ€tte anbringen lassen, zumindest nicht mit dem vorgeschriebenen Anzugsmoment von 35 Nm.

An der Stelle hatte ich buchstĂ€blich keine Wahl: das XX-Kettenrad musste ohne Druckscheibe montiert werden, weil es anders garnicht gegangen wĂ€re. Ein wenig beunruhigt war ich aber, weil der kleine Durchmesser der leicht konischen Nabe des XX-Kettenrads mit Ăž 36 mm um einen Millimeter grösser war als der kleine Durchmesser des konischen Druckrings und ich die BefĂŒrchtung hatte, das Kettenrad könne deswegen irgendwo schleifen.

Das XX-Kettenrad weist einen ca. 1 mm grösseren Durchmesser auf als die vorherige Druckscheibe 😳

Auch der Vergleich der Kettenlinien beider KettenrÀder verlief nicht beruhigend: das XX-Kettenrad ragt 3.0 mm weiter vom Motor aus nach aussen als das alte GX-Kettenrad. Wieder ermittelt mit meiner inzwischen bereits bewÀhrten Spiralbohrermethode:

XX-Kettenrad (links) ragt 3.0 mm weiter nach aussen als GX-Kettenrad (rechts), auf Distanz-/Druckscheibe stehend

Ich entschied mich, diese beiden Beobachtungen zunĂ€chst in meinem Hinterkopf zu «parken» und evtl. wieder darauf zurĂŒckzukommen, falls ich nach Komplettmontage in eine Fehlersuche einsteigen mĂŒsste.

Schaltwerk

Als Schaltwerk werde ich ein SRAM RD-XX-E-B1 (part number 00.7518.161.000) einbauen. Es handelt sich um ein Full Mount Schaltwerk aus der «XX» Serie.

UDH entfernen

Vor der Montage des RD-XX Schaltwerks muss das bisherige UDH (universal derailleur hanger = standardisiertes, geschraubtes Schaltauge) entfernt werden. Da bei meinem E‑MTB Kettenstrebe und Sattelstrebe in der Hinterachse gelenkig miteinander verbunden sind (split pivot), hier darauf achten, alle evtl. Unterlagscheiben zwischen den beiden Streben exakt gleich am Platz und gleicher Anzahl weiterzuverwenden, und nur die Ă€usseren Befestigungselemente des UDH mitsamt UDH zu entfernen.

KettenlÀnge, Position der Setup-Taste [A | B] und Setup-Ritzel bestimmen

Die benötigte KettenlĂ€nge richtet sich nach dem Abstand zwischen Tretlagerachse und (unbelasteter) Hinterachse und der ZĂ€hnezahl des Kettenrads. Mit einem Stahlmassband habe ich fĂŒr mein 2020er TREK Rail 9.8 mit Rahmengrösse «L» einen Wert von 44.7 cm ermittelt. Der Wert deckt sich mit der Grössenangabe in der Tabelle mit TREK’s Rahmengeometrieangaben.

Mit diesen Angaben (Bike Marke, Typ/Jahrgang, Rahmengrösse und Kettenrad-ZĂ€hnezahl) liefern sowohl SRAM’s AXS-App (fĂŒr iPhone), der SRAM Full Mount Chain Length Guide als auch SRAM’s generische KettenlĂ€ngentabelle (fĂŒr nicht gelistete Rahmen) identische Angaben fĂŒr KettenlĂ€nge, Setup-Tasten Position und Setup-Ritzel:

  • KettenlĂ€nge: 120 Glieder
  • Setup-Taste: Position «A»
  • Setup-Ritzel: 21 ZĂ€hne (7)

Das KĂŒrzen der StandardkettenlĂ€nge von 126 Kettengliedern auf die geforderten 120 Kettenglieder erfolgt mit einem passenden Kettentrennwerkzeug. Da gibt es nichts weiter zu berĂŒcksichtigen und da muss man auch keine Doktorarbeit draus machen.

Die Setup-Taste kann zwei mögliche Positionen «A» oder «B» einnehmen:

Setup-Taste in Stellung «A»

Der Wechsel zwischen Positionen «A» und «B» ist in einer SRAM Illustration klasse erklĂ€rt und benötigt nur wenige Sekunden: TastengehĂ€use mit einem kleinen Schraubenzieher aus seiner Fassung heraushebeln, um 180° drehen und an gleicher Stelle wieder einsetzen.

Einstellen der Setup-Tasten Position – Quelle: SRAM

Das funktioniert genauso einfach wie in obiger Animation illustriert.

Setup-Ritzel

Das Setup-Ritzel bezeichnet dasjenige Ritzel aus der Kassette, welches bei der Erstmontage am Schaltwerk eingestellt sein muss und auf welches die Kette bei der Erstmontage aufgelegt wird. Durch diese Einstellung wird implizit die spÀtere Kettenspannung festgelegt!

Nachdem die Vorbereitungen (KettenlÀnge passend einstellen, Setup-Tastenposition einstellen und Setup-Ritzel ermitteln) erfolgt waren und das alte Schaltwerk samt UDH demontiert waren, konnte ich das neue XX-Schaltwerk mit Full Mount gemÀss Anleitungsvideo (ab ca. Position 4:30) zunÀchst lose montieren.

Endmontage

Dann ging auf einmal alles ganz schnell. Hinterrad eingesetzt und Achse lose eingeschraubt, die passend abgelĂ€ngte Kette aufgefĂ€delt und mit dem Power-Lock (Kettenschloss) verschlossen. Anschliessend die Kette durch Zug nach hinten am noch lose befestigten Schaltwerk gespannt und die Befestigungsmutter des Schaltwerks in dieser Position mit den vorgeschriebenen 35 Nm angezogen. Schliesslich noch Hinterachse mit 10 Nm angezogen und das Schaltwerk aus der Setup-Position entlassen.

Beidseitige Umfassung des split-pivot Rahmens mit Distanzscheibe zwischen Ketten- und Sattelstrebe

Und dann konnte ich auch schon ein paar erste Schaltversuche unternehmen und eine kleine Proberunde vor der Garage unternehmen. Wider Erwarten(!) funktionierte Alles auf Anhieb reibungslos. Ich musste noch nicht einmal einen einzigen der insgesamt ±7 verfĂŒgbaren MicroAdjustment Schritte von je 0.2 mm Verschiebung des Schaltwerks in Anspruch nehmen.

Das lauteste GerĂ€usch (im Stillstand, bzw. im < FussgĂ€ngertempo) – wiederum völlig unerwartet – ist das kurze Sirren des Aktuators wĂ€hrend jedes Schaltvorgangs. OK, ein gewisses «Tck» ist auch dabei, und meine anscheinend ĂŒberzogenen Erwartungen an die GerĂ€uschentwicklung bzw. deren Fehlen haben sich insofern nicht vollstĂ€ndig erfĂŒllt.

Trotzdem: ich bin immer noch völlig verblĂŒfft, aber natĂŒrlich auch sehr glĂŒcklich ĂŒber dieses Ergebnis.

Zum Schluss habe ich noch Schaltwerk und Pod-Controller am Lenker mit Hilfe der SRAM AXS App ein Firmware-Update auf die neueste Version spendiert.

Nun ist alles bereit fĂŒr eine ernsthafte Testfahrt. Muss nur noch das Wetter mitspielen: als bekennender Schönwetter-Biker muss es fĂŒr mich von oben trocken und von unten Schlamm-frei sein. Auch wenn einige meiner «Fans» beim RMC Appenzell absehbar die Nase rĂŒmpfen werden: meine Neigung, dieses elektromechanische Wunderwerk der Ingenieurskunst mit Schlamm zu beleidigen hat nĂ€mlich durch diesen Umbau nochmals abgenommen. Soweit das noch möglich war đŸ€Ł

Sollten im Langzeitbetrieb Störungen oder gar SchĂ€den auftreten, wĂŒrde ich Berichte darĂŒber hier im Blog nachreichen.

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