Soweit ist es nun also gekommen: wir sind umgezogen und leben seitdem in einem Saustall, welcher jedoch schon vor unserem Einzug sehr schön und geschmackvoll für eine Bewohnung durch Zweibeiner um- und ausgebaut worden war.

Wir wohnen immer noch im gleichen Bezirk Schlatt-Haslen im Kanton Appenzell-Innerrhoden, nun aber mitten in der Landwirtschaftszone. Dort wo sich Fuchs und Rehe Gute Nacht sagen, an einer Sackgasse mit nur noch einem (1) weiteren bewohnten Haus ca. 500 Meter «stromabwärts», hinter einer kleinen Bodenwelle und ausser Sichtweite gelegen. Also quasi Null Durchgangsverkehr, abgesehen vom Pöschtler, der bei Bedarf einmal täglich einen oder mehrere der drei Anlieger beliefert.




Dass ein Umzug anstrengend ist, muss ich wohl niemandem erzählen. Dieser Umzug hatte jedoch einige bis dahin noch nicht erlebte Spezialitäten zu bieten, welche mir viel zu tun gaben. Immer ging es darum, eigene Möbel bzw. Einrichtungsgegenstände in einer Miet(!)wohnung unterzubringen, ohne allzu schwere Schäden an der Mietsache zu verursachen welche bei einem hoffentlich nicht so bald erfolgenden Auszug zu beheben wären.
Esszimmerlampe
Das war ein ziemlich spezieller Fall! Wir hatten einen Teppich gegebener Grösse, den wir zweiseitig bündig in eine Raumecke platzieren wollten. Zum Einen um keine Stolperfalle in den üblichen «Verkehrswegen» zu etablieren, zu Anderen um einer nach innen öffnenden zweiflügeligen Aussentüre zum «berg»seitigen, hinteren Aussensitzplatz kein Hindernis in den Weg zu stellen.
Auf diesem Teppich haben wir einen schweren Esstisch zentriert platziert. Natürlich sollte die Esszimmerlampe, eine zweiflammige Decken-Pendelleuchte, ihrerseits zentriert über dem Tisch hängen. Damit war der Aufhängepunkt an der Decke exakt vorgegeben.
Die Decke weist allerdings zwei Spezialitäten auf: einmal ist sie im entscheidenden Bereich abgestuft, andererseits ist sie auf einer Seite der Stufe mit wenig tragfähigen Akustik-Paneelen ausgeführt, die auf Ober- und Unterseite eingefräste Schlitze und Bohrungen aufweisen. Da ein Loch reinzubohren um vielleicht einen Hohlraumdübel zu platzieren hätte man später niemals mehr «zuspachteln» können.



Ich entschied mich, die ca. 3 kg schwere Leuchte von ihren symmetrisch angeordneten 4 Aufhängepunkten an den äusseren Enden des Grundkörpers auf eine im wesentlichen zentrale Befestigung mittels zweier M4 Rampa-Muffen im Vollholz-Teil der Decke umzurüsten. Die dafür benötigten Löcher wären zwar beim Rückbau gut sichtbar, liessen sich aber durch Holzzapfen gleichen Materials und passender Stärke, wie sie z.B. zum Ausbessern von Astlöchern Verwendung finden, gut kaschieren.

Dazu musste ich das unter der Verkleidung befindliche Vorschaltgerät versetzen und im Grundkörper neue Befestigungslöcher anbringen.
Der Clou: die in der obigen Foto-Galerie nach links auskragende Hälfte des Leuchtengrundkörpers ist nicht mit der Schallschutzdecke verbunden! Die sichtbaren zwei runden Holzpfosten sind reines, nicht-tragendes Eye-Candy und sollen nur ahnungslose Gäste beruhigen. Zwischen der geschlitzten Schallschutzdecke und der Oberkante der beiden runden Holzpfosten kann man ein Blatt Papier durchschieben!
Aufhängung Flachbildfernseher
Unseren Flachbildfernseher habe ich platzsparend und elegant mittels selbstgefertigter «Haken» aus Alu-Profilen an der rahmenlosen gläsernen Brüstung der Treppe zum Untergeschoss aufgehängt.


Unsere Lounge auf dem Aussensitzplatz
Unsere vorhandenen Gartenmöbel erwiesen sich als ein wenig zu gross für den zum Haus gehörenden Sitzplatz. Die äusseren Möbelfüsse hätten auf der Holz-Terrasse keinen Halt mehr gefunden und die jeweiligen Elemente wären nach hinten abgekippt. Dies löste ich mittels einer kleinen Auflageverlängerung aus 6 mm Flacheisen, mit angehefteten Rohrabschnitten zur horizontalen Positionsfixierung der Möbelfüsse, welche ich bei einem benachbarten Metallbauer in Auftrag gab:

Der Werkraum
Das war ein besonders kritisches Stück Arbeit, weil der Raum sehr klein ist und zwei lästige und unverrückbare «Einbauten» enthält. Zum Einen ein Abwasserrohr mit Aussen-ø 110mm, welches ausgerechnet auf der kritischen Höhe der Arbeitsplatte zusätzlich auch noch eine Muffe aufweist.

Ich beschaffte mir also eine Bohrkrone aus der Bosch Professional Serie mit ø140 mm, welche dank Hartmetallbestückung auch für Metall und Stein spezifiziert war.

Der Wirkdurchmesser von 140mm ist bei einem handgeführten 750 Watt Werkzeug bereits absolut respekteinflössend, und tatsächlich hätte es mir schon bei vorsichtigstem Ansetzen auf der Buchenholz-Arbeitsplatte fast die Handbohrmaschine aus der Hand geschlagen. Um das Ziel dennoch verletzungsfrei und mit akzeptablem Ergebnis zu erreichen, ertüchtigte ich meine Handbohrmaschine mit einer Drehmomentabstützung, bestehend aus einem genügend fetten Rundstab, welchen ich mittels gewebeverstärktem Klebeband als Griffverlängerung am Bohrmaschinengehäuse befestigte um so am Abwasserrohr selbst Halt zu finden. So musste ich mit Handkraft nur noch die senkrechte Ausrichtung des Vorschubs und die (variable) Drehzahl kontrollieren. Et voilà!


Die beiden tangentialen Verlängerungen bis zum Rand der Arbeitsplatte habe ich dann unspektakulär mit der Stichsäge ausgeschnitten.

Anbei noch ein Kugelpanorama (equirectangular bitmap) von meinem Arbeitsplatz im Werkraum, welches die beengten Verhältnisse realistisch als 1st-person-view wiedergibt:

Unter macOS kann man mit Umschalt- und Apfeltaste ein- und auszoomen, unter iOS mittels Pinch-Geste.