Lappi, tue d’Auge uf!

Erstveröffentlichung: [Anm.: im Forum monstercafe.de]

Am Schwabentor der Stadt Schaffhausen prangt die Inschrift: «Lappi, tue d’Auge uf!«. Übersetzt: «Narr, mach die Augen auf»! Der Umstand, daß viele Menschen achtlos und gedankenlos durchs Leben stolpern, ist anscheinend auch zu anderen Zeiten schon Anderen aufgefallen. Gedankenlosigkeit allgemein finde ich bedauerlich, denn man kann durch das Offenhalten seiner Sinne und durch den Gebrauch seines Verstandes erstaunliche Dinge erkennen und herausfinden. Davon möchte ich hier erzählen, am Beispiel von jüngsten Vorkommnissen in diesem Forum, an denen ich beteiligt war.

Ich werde keine Namen nennen, aber die Betroffenen werden sich wiedererkennen.

Im Sinne des besseren Leseflusses werde ich gelegentlich von «das Forum» sprechen, wohl wissend, daß man rund 6’000 registrierte Nutzer nicht über einen Kamm scheren kann und sollte. Es mögen sich in diesen Fällen bitte nur diejenigen angesprochen fühlen, welche gemeint sind – diejenigen werden das schon erkennen 😉

Alle Anderen bitte ich um entsprechende Nachsicht. Das vorab.

Dieser Beitrag erfordert etwa 10 Minuten Lesezeit. Und wer meine Beiträge ignorieren möchte, sollte das – jetzt – tun.


Es ist das Eine, etwas nicht zu wissen und sich nicht für etwas zu interessieren – davon nehme ich mich selbst nicht aus.

Aber es ist etwas völlig Anderes, Andere daran hindern zu wollen, Wissen oder Informationen auszutauschen oder zu erwerben. Wer das tut, verwandelt sich in meinen Augen von einem harmlosen Biedermann in einen gefährlichen Brandstifter, der sofort in seine Schranken gewiesen werden sollte.

Wovon rede ich?

Von Sticheleien, Nörgeleien, persönlichen Angriffen wie:

«Geht doch woanders hin», «Wen interessiert das überhaupt?», «Sowas liest doch keiner», «die blöden Diagramme», etc.

Ein Forent tut sich hier besonders hervor und brüstet sich sogar damit, «das Niveau endlich wieder abgesenkt» zu haben. Zum Schaden übrigens all derjenigen, die hierher kommen weil sie wirklich etwas lernen wollen. Derartige Bemerkungen sind nicht witzig, und wer sich dagegen wendet nicht humorlos. Punkt.

Wenn man diese Art von Intoleranz gesellschaftsfähig werden lässt, Ideen ausgrenzen, Personen ausgrenzen, Methoden des Wissenserwerbs verunglimpfen, Personen diffamieren, dann ist es bis zur Bücherverbrennung nur noch ein kleiner Schritt. Und wie Heinrich Heine bereits erkannte: «Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen». Also sollte man auf dem Weg dorthin selbst den ersten Schritt nicht zulassen. Null Toleranz gegenüber der Intoleranz, sozusagen.

Als ich Kind war, zu Schulhof-Zeiten, da galt der Grundsatz: «Brillenträger schlägt man nicht». Soll heissen: man vergreift sich nicht an Schwächeren. Da habe ich mich immer dran gehalten, und tue das auch heute noch. Im Gegenteil: wenn ich sehe, daß ein Schwächerer angegriffen wird, eile ich ihm selbstverständlich zu Hilfe. So habe ich auch große Sympathie für die Intention, die vermutlich dahinter steckte, als neulich ein Dritter einem Schwächeren zu Hilfe eilte, weil er einen vermeintlich grundlosen Angriff durch mich meinte wahrgenommen zu haben. Nur: wenn der Brillenträger vorher angefangen hatte mich mit Steinen zu bewerfen, dann gibt’s trotzdem verbal was auf die Nuss, da schützt ihn dann auch die Brille nicht mehr. Wenn jemand schwach ist und sich normal verhält, kann derjenige sich auf meinen Schutz verlassen. Wenn jemand schwach ist und einen Streit mit mir vom Zaun bricht, dann wird er lernen, daß das kein kluges Verhalten ist. So einfach.

Um einmal konkret zu werden: die Sache mit dem Federbein. Die liegt ja noch nicht lange zurück.

Wieviele -zig Federbein-Threads hat dieses Forum schon gesehen in den vier+ Jahren seit meiner Anmeldung hier? Angefangen mit dem völlig untauglichen Zählen von sichtbaren Gewindegängen. Und warum wird immer wieder erneut gefragt? Es war offensichtlich alles Stückwerk, was bisher zu diesem Thema – auch von mir – vom Stapel gelassen wurde!

Als neulich nach einem «Quick-Guide» für die Federbein-Einstellung gefragt worden war, habe ich in die Tasten gegriffen und es sind dann doch mehrere Seiten geworden. Aber dieser Beitrag von mir ist in dem Thema erstmals bis auf den Grund vorgedrungen, durch Zusammenführung der Aspekte Hebelverhältnis an der Schwinge, und Trennung zwischen Gefederten und Ungefederten Massen. In aller Unbescheidenheit: da werden Viele hier ein Aha-Erlebnis gehabt haben, auch wenn sie sich eher die Zunge abbeissen würden als das zuzugeben.

Macht aber nix, denn ich weiss einfach, daß das richtig gut war.

Und unser Brillenträger behauptet, völlig faktenfrei, daß ich alles nur kopiert hätte. Die Vorstellung, daß man Content nicht nur konsumieren, sondern auch kreieren kann, liegt offenkundig jenseits seines beschränkten Horizonts.

Wo wir gerade bei Vorwürfen sind: immer wieder werde ich als «arroganter Oberlehrer» tituliert, der «schlau daher redet». Das ist dann vermutlich als Beleidigung gedacht. Was soll ich davon halten?

  • «schlau» ist lt. Duden jemand, der «die Fähigkeit besitzt, Vorteile für sich auszunutzen, seine Absichten mit geeigneten Mitteln, die anderen verborgen sind oder auf die sie nicht kommen, zu erreichen». Das können wir gerne so stehen lassen, ist doch ein schönes Kompliment mir gegenüber.
  • «Lehrer» ist lt. Duden jemand, der «anderen sein Wissen vermittelt». Kann ich für mich absolut akzeptieren.
  • Ein «Oberlehrer» ist dann wohl jemand, der ein besonders guter und erfahrener Lehrer ist. Auch da kann ich nichts Ehrenrühriges drin erkennen. Im Gegenteil sehe ich mich hier in bester Konfuzianischer Tradition:

Gib einem Mann einen Fisch, und Du ernährst ihn für einen Tag. Lehre ihn das Fischen, und Du ernährst ihn für sein ganzes Leben!

  • Zuletzt die «Arroganz» – was soll ich dazu anderes sagen als: «Kompetenz sieht von unten immer wie Arroganz aus». Sorry, aber nach der Vorlage kann ich mir diesen Kalauer einfach nicht verkneifen.

Wenn das alles ist, was man an mir auszusetzen hat, dann müsste doch eigentlich alles OK sein?


Aber dann war da noch die Sache mit den 300 km/h, und der Vorwurf, ich sei «rechthaberisch»». Wie kam es dazu?

Jemand stellt die Frage in den Raum, garniert mit einem Screenshot aus einem Youtube Video, ob denn die SF V4S die 300 km/h Marke knacken könne. Ich finde die Frage von der Lösungsmethode her interessant und geeignet, wieder einmal – wie schon seit vier Jahren – für den ernsthaften Einsatz des eigenen Hirns zu werben. Mit Beschreibung des Lösungsansatzes (Zugkraft bei Höchstgeschwindigkeit gleich Widerstandskraft bei genau dieser Geschwindigkeit), Quellenangabe und verwendeten Daten.

Wenn man wirklich an Erkenntnis interessiert ist, muss man von diesem Moment an der wissenschaftlichen Methode ihren Lauf lassen und jedes Ergebnis akzeptieren. Wie immer es ausfällt. Es ist nicht meine Physik, und auch nicht mein Ansatz, sondern anerkannter Stand der Technik. Und das Ergebnis der Formelauswertung ist folglich auch nicht mein Ergebnis. Alleine deshalb schon geht der Vorwurf der Rechthaberei völlig an der Sache vorbei.

Wissenschaft, und speziell Physik, ist kein Wunschkonzert. Man darf sich nicht selektiv nur die Ergebnisse herauspicken, welche einem in den Kram passen. So etwas kommt zwar immer wieder vor, gilt aber in Wissenschaftskreisen zu Recht als unethisch.

Mir hat ein Forumsmitglied in einem PM Austausch einmal gesagt: «die Leute wollen keine Physik-Vorlesung hören«. Das mag sein. Aber dann bleiben ihnen auch die Vorteile der Wissenschaft verwehrt: deren Zuverlässigkeit, Vorhersehbarkeit und Korrektheit. Dann kann man gleich beim Raten bleiben, oder Kaffeesatz lesen. Es steht Jedem frei zu sagen: «Du immer mit Deiner Physik. Die kann mir gestohlen bleiben, und an die Schwerkraft glaube ich schon garnicht». Wenn derjenige dann zum Beweis seines Unglaubens im fünften Stock aus dem Fenster springt, zucke ich mit der Schulter und denke mir: «Dann eben nicht». Der Physik ist es egal, ob man sich ihrer bedient. Sie ist einfach «da». Das Ergebnis des Sprungs bleibt daher sehr vorhersehbar. Genauso ist das mit der Höchstgeschwindigkeit.

Nachdem ein Angriff auf meinen wissenschaftlich fundierten Ansatz hoffnungslos erschien, und daher auch von niemandem unternommen wurde, passierte etwas Verblüffendes, was ich, als meinen letzten Dienst am Forum, im Detail sezieren werde. Es wird sich lesen wie ein Krimi, versprochen!


Es erfolgte nämlich eine bemerkenswerte Entgegnung zum gleichen Thema, auf einem völlig neuen Schlachtfeld, und zwar nicht dem der Wissenschaft. Und das ging so:

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1’000 Worte, also lenkt der Angreifer die Erwartung des Lesers gleich in die von ihm gewünschte Richtung. Den Screenshot «manipulativ» zu nennen, trifft es ziemlich genau. Denn der Blick wird durch eine handschriftliche, rote Markierung auf die so eingerahmte Zahl «301.5» gelenkt. Der flüchtige Betrachter soll also unmittelbar durch den Anblick dieser Zahl von ihrer Richtigkeit überzeugt werden, denn was man mit eigenen Augen sieht, kann ja nicht falsch sein, oder? «Seht her: bei 15’000 U/ min werden 301.5 km/h erreicht. Was vermutlich noch nicht einmal gelogen ist, aber als Beweis völlig untauglich. Mit dem gleichen Mittel hätte ich «beweisen» können, daß meine Monster 1200S bei 20’000 Touren ebenfalls schneller als 300 km/h fährt.

Wie wir ja wissen, Goldfisch und so, werden lange Texte ungern gelesen. Für maximale Reichweite, die auch diejenigen Forenten mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Amoebe nicht diskriminiert, fasst sich unser Angreifer auf der textlichen Ebene kurz – ein Einzeiler. Das ist schonmal perfekt.

Mit Rückenwind oder bergab oder überhaupt: Echte 300 sind möglich. Unglaublich wichtig… auf jeden Fall für den Stammtisch :-).»

Dieser Einzeiler gliedert sich in drei Teile – eine Dreiteilung ist auch immer gut! Die Heiligen drei Könige, die heilige Dreifaltigkeit, aller Guten Dinge sind drei, und natürlich das Siegertreppchen, mit dem wichtigsten Platz in der Mitte. So auch hier.

Schauen wir uns das im Detail an:

  1. «Mit Rückenwind oder bergab oder überhaupt:»  Was soll das denn bedeuten? Ich denke, das können wir ohne Informationsverlust mit «Egal» abkürzen.
  2. die Kernaussage, da komme ich in Kürze noch zu.
  3. «Unglaublich wichtig… auf jeden Fall für den Stammtisch 🙂»  Der Smiley am Ende ist signifikant, denn damit drückt der Angreifer aus, daß er sich von dieser Aussage distanziert. Was er also wirklich zum Ausdruck bringt ist: es ist «Unwichtig«

Damit vereinfacht sich der Einzeiler zu:

Egal. Kernaussage. Unwichtig.

Die Teile, die «Egal» und «Unwichtig» sind, braucht man sich anscheinend nicht zu merken. Damit bleibt alleine die Kernaussage übrig:

«Echte 300 sind möglich»

Auch das Wort «echt» hat er nicht zufällig einfließen lassen, unser Angreifer. Mit «echt» bezeichnet man immer die höchste Qualitätsstufe eines Merkmals. Einen Freund zu haben ist gut, aber einen echten Freund zu haben ist sicher das beste, was einem passieren kann. Ein glitzernder Stein aus dem Kaugummiautomat ist zwar hübsch, kommt aber lange nicht an einen echten Diamanten heran, und bei Geldscheinen lässt man sowieso besser die Finger von den Unechten. Wenn es sich um Artikel handelt, bei denen ein Laie echte nicht von unechten unterscheiden kann, dient ein Echtheitszertifikat einer vertrauenswürdigen(!) Instanz der Beseitigung etwaiger Zweifel. Im vorliegenden Fall, den «echten 300», bürgt der Angreifer persönlich auf der Basis seines gesamten Ansehens dafür, daß diese 300 km/h mit absoluter Sicherheit erreicht werden. Da gibt es NULL Interpretationsspielraum.

Nur: diese Aussage des Angreifers ist leider falsch. Und unser Angreifer ist sich dessen absolut bewusst. Warum kommt mir nur in diesem Moment der Name «Uwe Barschel» in den Sinn? Egal.

Schauen wir weiter:

Wenn die beiden flankierenden Komponenten der Kernaussage unbedeutend erscheinen, warum hat der Angreifer sich die Mühe gemacht, sie überhaupt in den knappen Platz des Einzeilers aufzunehmen? Das ist eine sehr interessante Frage, und die Antwort lautet:

Sie sind lediglich unbedeutend für die Empfänger der Botschaft, die der Angreifer übermitteln will. Für den Angreifer selbst sind sie eine Lebensversicherung!

Denn der Angreifer weiss ganz offensichtlich, daß seine Kernaussage falsch ist. Und deshalb benötigt er zwingend einen Notausgang, der ihm einen gesichtswahrenden (das ist ihm extrem wichtig!) Rückzug ermöglicht, falls seine unhaltbare Behauptung angegriffen werden sollte. Denn nichts würde sein grandioses Selbstbild gründlicher beschädigen, als in einer öffentlichen Auseinandersetzung zu unterliegen.

Jedenfalls war es gut für ihn, daß er daran gedacht hatte, sich einen Fluchtweg offen zu halten. Denn als ich seine Kernaussage angreife, räumt er diese Position ohne Umschweife, und distanziert sich zuletzt auch noch von der Kernaussage. Nicht ohne während seiner erzwungenen Flucht noch einen Angriff auf meine Lesekompetenz (also: «ad personam»!) abzuschiessen: «Musst halt meine ganze Aussage lesen …».

Wenn ich an dieser Stelle nicht in genau der Härte, die ich an den Tag gelegt habe, dazwischen gegrätscht wäre, hätte sich in mindestens 98% aller Köpfe nach spätestens zwei Tagen alleine die Erinnerung festgesetzt, daß eines der angesehensten Mitglieder dieses Forums der SF V4S unwidersprochen das Potenzial zu «echten 300 km/h» bescheinigt hätte. Die Wissenschaft wäre zu diesem Zeitpunkt längst vergessen gewesen. Das ist keine Petitesse, aber darauf nachdrücklich hinzuweisen macht mich in den Augen einiger Forenten anscheinend zu einem «Rechthaber».

Fassen wir das Bisherige einmal wie folgt zusammen:

Unser Angreifer missbraucht das Vertrauen, welches das Forum ihm aufgrund seines Ansehens entgegenbringt, sowie seine Intelligenz, welche ihm in die Wiege gelegt wurde, um vorsätzlich und wider besseres Wissen eine fette Falschaussage in die Köpfe des Forums zu prügeln.

Nun ist die Planung eines Angriffs das Eine, dessen Ausführung das Andere. Hier vermeidet der Angreifer den offenen Schlagabtausch in der Arena der Wissenschaft. Ihm ist bewusst, daß er hier nicht gewinnen kann. Also stellt er sich auf eine einsame Waldlichtung, auf der weit und breit kein Gegner zu sehen ist, und erklärt kack-dreist: «Mission accomplished!

Das nenne ich Chuzpe, da könnte sogar Ronald Pofalla noch etwas lernen!

Ja, unser Angreifer ist gerissen, er hat seinen Schopenhauer (Eristische Dialektik) ebenfalls gelesen und sich für Kunstgriff 28 entschieden. genauso funktioniert Demagogie. Ein Lehrstück!

Man könnte geneigt sein, die akribische Planung und unverfrorene Durchführung des Angriffs zu bewundern. Unser Angreifer hat es zu einer beachtlichen Meisterschaft in der Täuschung und Manipulation von Menschen gebracht, die nur das Resultat einer langen Übung sein kann. Mir läuft es bei dieser Vorstellung allerdings kalt den Rücken herunter.

Da das Verhalten des Angreifers fundamental allen meinen Wertvorstellungen widerspricht, habe ich sogar eine Zeit lang das Vorliegen eines kriminellen Delikts für möglich gehalten. Ich hatte mehrere schlaflose Nächte deswegen und habe mir vorgestellt, wie der Richter mich, den Ankläger, befragt, wer denn geschädigt worden sei und worin der Schaden bestehe. Und ich konnte keine Antwort finden. Menschen sind weder in ihrer Gesundheit, noch in ihrem Vermögen geschädigt worden. Denn die Poster verlangen kein Geld, und die Leser zahlen kein Geld. Und Vertrauensschäden, welche keine Vermögensschäden zur Folge haben, sind meines Wissens nach nicht justiziabel. Also was dann?

Endlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das Forum verlangt nach dieser Art von Täuschung! «Mundus vult decipi!» – die Welt will getäuscht werden! Es gibt keine Geschädigten, es gibt kein Delikt, und es gibt folglich keinen Täter. Im Forum treffen sich «consenting adults», um aneinander ihre komplementären Bedürfnisse zu befriedigen:

Das Forum erhält vom Angreifer Stoff und Bekräftigung für seine Träume, und der Angreifer erhält im Gegenzug die Aufmerksamkeit und Bestätigung, die er offenbar dringend benötigt.

Es handelt sich um eine perfekte und stabile Symbiose, von der beide Parteien profitieren: eine klassische Win-Win Konstellation.

In diesem Darkroom, der sich Monstercafe nennt, will niemand, daß ich mit meinem Scheinwerfer der Aufklärung (Sapere Aude! Wage es, Dich Deines Verstandes zu bedienen!) daher komme und das Licht anknipse. Die Leute wollen nicht nur keine Physik-Vorlesung hören, sie wollen überhaupt nicht in ihren Träumen gestört und aus ihrer geistigen Trägheit aufgerüttelt werden. So erklärt sich – jenseits des Forum-Biotops – der Wunsch nach einem starken Führer, einer «gütigen Mutti», und auch der desaströse Zustand, in dem sich die Welt befindet.

Wenn ich dagegen meine Rolle anschaue:

Ich habe dem Angreifer den Punkt versaut, dem Forum die Träume genommen, und trage als Ergebnis den Ruf eines «Rechthabers». Also eine Lose-Lose-Lose Konstellation, welche ich nicht dauerhaft aufrecht erhalten kann. Es kostet mich schlicht zuviel Energie.

Der Angreifer hat mit Methoden, die ich maximal verwerflich finde, im Forum den Rang eines der angesehensten Mitglieder erreicht. Das sagt etwas über den Angreifer, und es sagt etwas über das Forum.

Mir sagt es, daß ich ab sofort mit beiden Parteien keinen Kontakt mehr haben werde. Ich habe genug gesehen – ich bin auch im Forum bis zum Grund vorgestoßen. Wenn dieser Post veröffentlicht ist, werde ich meinen Account hier deaktivieren/kündigen, oder ggf. einen der Administratoren bitten, dies in meinem Auftrag zu tun.

Für den Fall, daß dieser Post zensiert oder gelöscht werden sollte: er wird in Kürze (in minimal abgewandelter Form) auch auf meinem Blog www.vielzutun.ch veröffentlicht.

Es war eine spannende Zeit, in die ich – mit Unterbrechungen- viel Herzblut investiert habe. Nicht nur aus Interesse an der Technik an sich, sondern vor Allem im Bestreben, die Welt zu einem besseren, friedlicheren Ort zu machen. Die eingangs erwähnte Methode: «Lappi, tue d’Auge uf» (und denke darüber nach, was Du dann siehst), kann ich für die Lösung technischer Fragestellungen weiterhin uneingeschränkt empfehlen.

Wie wir gesehen haben, kann man die gleiche Methode auch auf andere Bereiche des Lebens anwenden. Und nicht alles, was man dabei aufdeckt, ist ein schöner Anblick. Das muss man aushalten können. Denn einmal gewonnene Erkenntnis lässt sich nie mehr ungeschehen machen.

Allen, die mir in den vergangenen Jahren hier wertvolle Anregungen gegeben haben, möchte ich an dieser Stelle herzlich danken. Diejenigen, denen ich im Laufe meiner knapp viereinhalb Jahre Mitgliedschaft auf die Füße getreten bin, werden das wohl verdient haben – da gibt es von mir keine General-Abbitte oder -Amnestie.

Mit einer Ausnahme: der Forent, welcher in der 300 km/h Diskussion dem Angreifer zu Hilfe kam als ich ihn bereits im Visier hatte, der war leider zur falschen Zeit am falschen Ort, und ist buchstäblich als Kollateralschaden derart von mir abgekanzelt worden. Das tut mir heute leid, das tat mir damals schon leid, aber in dem Moment hatte mein Bullshit-Detektor einen der gefährlichsten Bullshit-Verbreiter erfasst und war bereits auf das Ziel eingerastet.

Ausnahmslos Allen wünsche ich allzeit Gute Fahrt, und bleibt gesund!

Over and Out.

Chris, a.k.a. – adducted –

P.S.: wer mich kontaktieren möchte, findet meine Kontaktdaten im Impressum meines Blogs.

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