Eine neue Herausforderung: die Strickmaschine

Schon lange hatte ich mit der Anschaffung einer Strickmaschine geliebäugelt, aber es war immer dabei geblieben. Kein Platz, keine Zeit, zu teuer etc. etc. Jetzt als Senior habe ich ja eigentlich alle Zeit der Welt, wenn nicht jetzt, wann dann!

Silver Reed SK 280 – Flachbett

Beim googeln stellte ich dann fest, dass es gar nicht so einfach war. Anscheinend war das Stricken mit Maschine nicht mehr so „hip“ für die jüngere Generation. Ich fand viele Occasionen (gebrauchte Maschinen), das wollte ich aber nicht. Da es nicht mehr viele Maschinen-Produzenten gibt, hätten sich später Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung ergeben können.

Eine Maschine im Ausland zu kaufen wäre auch nicht optimal gewesen, speziell im Falle von Problemen und Fragen, die gegebenenfalls mit einem ausländischen und vielleicht sogar fremdsprachigen Lieferanten hätten geklärt werden müssen. Langer Rede kurzer Sinn: Ich wurde fündig bei strickmaschinen.ch.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit der Inhaberin Tatjana Surber verabredeten wir uns für eine Schnupperstunde in ihrem Geschäft. Dort konnte ich die verschiedenen Maschinen und ihre Möglichkeiten anschauen. Für den Anfang wollte ich mich aber auf eine Einbett-Maschine beschränken. Diese Anschaffung ist auch eine Preisfrage und da ich ja noch nicht sicher war, ob es mir langfristig Freude machen würde, wollte ich es langsam angehen. Insbesondere da es kein Problem sein würde, die Maschine zu einem späteren Zeitpunkt auf ein Doppelbett aufzurüste

Nach ein paar Tagen war die Maschine bereits da! Ja und wie das so ist, dann waren Folge-Investitionen angesagt. Ich brauchte einen Tisch, eine Lampe und auch noch einen Stuhl. Ich wurde bei IKEA fündig und konnte mir die Sachen für günstiges Geld besorgen. Der Tisch war auch noch gerade Aktion, einfach super.

Der Aufbau war einfach. Mit dem mitgelieferten Buch ist es wirklich keine Sache dies vorzunehmen, da muss man nicht mal technisch besonders begabt sein. Da stand sie nun und wartete darauf in Betrieb genommen zu werden.

Wie heisst es so schön: Ich lief wie eine Katze um den heissen Brei, bis ich mich traute die ersten Versuche zu unternehmen. Doch ich hatte ja gerade noch so ein paar schöne Garne die verarbeitet werden wollten und ich wollte ja „nur“ etwas ganz Einfaches machen 🤣.

Ich hatte bei Filati so ein hübsches Knopfkissen – Knopf = Knoten – gesehen. Da musste man einfach nur eine lange Bande stricken, keinerlei Komplikationen, ab und zu einen Farbwechsel, das sollte ich doch zustande bringen.

In der Vergangenheit hatte ich ja beim Handstricken nie ein Muster gestrickt, hatte ich einfach nie für notwendig erachtet. Meine Strickweise entspricht offensichtlich mehr oder weniger den in den Heften gemachten Vorgaben, und somit hatte ich nie Probleme damit.

Aber hallo! Auf der Strickmaschine verhält sich das Gestrickte schon etwas anders. Das habe ich dann bei meinem Übungsstück schnell mal gemerkt. Aber ich mag es überhaupt nicht, etwas wieder aufzumachen, deshalb habe ich mich immer weiter „durchgewurstelt“ 😉.

Den Anschlag und Anzahl Reihen habe ich zwar gemäss Strickanleitung gemacht, aber im Ergebnis war die Bande zu lang und zu schmal. Da es ein Knopfkissen werden sollte, war es auch schwierig einzuschätzen, wie sich die dünnere Wurst auf den Knopf auswirken würde. Ja nu, ich würde es sehen.

Ich nähte die Bande mit Matratzenstich zusammen und stopfte das Ganze ziemlich satt.

Die grosse Herausforderung war das Zusammenführen zu einem schönen Knopf. Ich hätte fast die Geduld verloren. Der Knopf wurde einfach nicht so schön und die Wurst war einfach zu dünn und viel zu lang. Am liebsten hätte ich es in die Tonne geschmissen. Zum Glück hat mir da mein „privater Haus-Ingenieur Chris“ tatkräftig geholfen. Nachdem ich den Schlauch um ein gutes Stück kürzer gemacht hatte, konnten wir es dann doch in eine einigermassen ansehnliche Form bringen.

Der Knopf passt eigentlich perfekt auf unsere Barhocker!

Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber es ist ein Anfang, und mir ist schon bewusst geworden, da gibt es viel zu lernen 🤓 und ich werde meine grauen Hirnzellen noch öfters strapazieren müssen. Doch ich freue mich darauf!!

Dieses war der erste Streich ….

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