Die linke Seite des Monsters

Die Monster hat eindeutig eine Schokoladenseite, und das ist die rechte. Die linke Seite ist von den Designern leider sehr stiefmütterlich behandelt worden, und hat mir von Anfang an nicht recht gefallen.

Quelle: https://www.asphaltandrubber.com/wp-content/gallery/2014-ducati-monster-1200-s/2104-ducati-monster-1200-s-05.jpg

So unstrukturiert, alles eine schwarze Matsche aus Plastikverkleidungen, Gummischläuchen, und vom Zweizylinder so gut wie nichts zu erkennen. Ich hatte schon mehrere Versuche unternommen, da ein paar Akzente zu setzen, aber war damit nie recht im Reinen. Eigentlich hätte ich die Schläuche gerne durch passend gebogene Edelstahl- oder Aluminiumrohre ersetzt, aber das Biegen von Rohren erfordert Spezialwerkzeuge, welche 1. nicht preiswert sind und 2. nicht trivial selbst herzustellen. Und dann benötigen die Rohre, wenn man sie denn einmal hätte, noch Sicken, um das Abrutschen der Schläuche von ihren jeweiligen Anschlussstutzen durch Schlauchschellen zu verhindern. Erfordert nochmals zusätzliches Spezialwerkzeug. Also alles zu teuer oder zu kompliziert.

Und dann blieb mein Auge auf meinen Streifzügen durch die unendlichen Weiten des Internets an Edelstahl-Wellrohren aus dem Solar-Installationsbedarf hängen.

Das sah aus wie die Lösung der meisten meiner Probleme: die Dinger sind korrosionsfest, temperaturbeständig, glänzen schön, lassen sich ohne Werkzeuge biegen und kosten nicht die Welt. Ich bestellte mir eine Probemenge von 2 Metern, in der Weite DN20, weil ich aus ästhetischen Gründen nicht wesentlich vom Aussendurchmesser der originalen Schläuche abweichen wollte.

Aber wie befestigen? Ich wollte weiterhin unwiderrufliche Veränderungen an der Monster wie z.B. Schweissen, Absägen o.ä. auf alle Fälle vermeiden. Auch die eigentlich vorgesehenen Wellrohrverschraubungen hätten erheblich zu dick aufgetragen, um auch nur grobe Ansprüchen an die Ästhetik zu erfüllen. Denn letztlich hatte ich ja eine Verschönerung der Monster im Sinn.

Im ersten Anlauf habe ich also die passend gesägten Wellrohre stumpf an die Anschlussstutzen z.B. der Wasserpumpe anstoßen lassen, und die Verbindung durch einen entsprechend dicken Kühlwasserschlauch hergestellt, welchen ich von aussen über das Wellrohr zwängte. Der war nun natürlich innen zu weit für den Stutzen der Wasserpumpe. Also habe ich den Zwischenraum durch Stücke Silikonschlauch mit exakt passenden Aussen- und Innendurchmessern aufgefüttert, und das Ganze jeweils beidseitig durch Schlauchschellen verspannt, etwa so:

Erste Variante, mit Schläuchen aussen auf Wellrohr geklemmt

Sah erstens nicht so prall aus, wegen der sehr offensichtlichen «Stufe» die der dicke Aussenschlauch erforderte, und war zweitens nicht sicher befestigt: ich musste zur Kenntnis nehmen, daß die Spannung der Schlauchschelle die doppelte Schlauchlage nicht zuverlässig auf dem Stutzen der Wasserpumpe hielt.

Also alles wieder runtergerissen und nochmal «über die Bücher» gegangen. Es war inzwischen Dezember und es kam für die nächsten Wochen nicht mehr darauf an, die Monster kurzfristig einsatzfähig zu halten.

Dann habe ich mir aus 25mm Edelstahl Rundmaterial passende Stutzen für den gleichen Schlauchdurchmesser wie z.B. die Wasserpumpenauslässe gedreht, und diese mit dem Wellrohr hart verlötet. Die Wellrohrenden quetscht man vorher mittels «Einlegeringen» und einer passenden Überwurfmutter zu einem flachen Flansch zusammen, welcher dann eine der Flächen beim Verlöten bildet.

Gestern sind nun endlich die sündhaft teuren, geschwärzten Schlauchschellen von Ducati angekommen, so daß ich dieses Projekt heute bei Sonnenschein endgültig zum Abschluss bringen konnte. Hier noch ein paar Impressionen:

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