Jura-Höhenweg

Nachdem die mehrtägige Wanderung auf die Grimsel vom letzten Jahr so schön gewesen war, wollte ich dieses Jahr etwas Ähnliches machen, aber etwas länger. Wandertechnisch sollte es nicht zu schwierig sein, da ich es mehrheitlich mit Ginger alleine zu bewältigen hatte.

Entscheidung gefällt, Zeitpunkt bestimmt, die Suche konnte losgehen. Lange musste ich nicht recherchieren, bald fand ich eine sehr schöne Beschreibung über den Jura-Höhenweg – Route 5. Schnell bestellte ich mir das entsprechende Buch vom atVERLAG, darin findet man einerseits die Etappen, aber auch viele hilfreiche Tips jeder Art.

Da sowohl Ginger wie ich nicht mehr die allerjüngsten Semester sind 😂 und ich den Zeitpunkt für den Juli angesetzt hatte, beschloss ich die Tages-etappen auf 5 – 6 Stunden zu beschränken. Als Rentnerin hat man alle Zeit der Welt und es sollte ja nicht in Stress ausarten!! Ursprünglich geht die Tour bis Nyon, da ich es aber auf zwei Wochen beschränken wollte, war die letzte geplante Station Sainte-Croix.

Gesagt, getan. Die Etappen habe ich an die vorhandenen Unterkünfte angepasst. Mit Hund muss man doch manchmal mit Absagen rechnen, deshalb macht eine entsprechende Reservation im Voraus Sinn. Solange ich dies in der Deutschschweiz machen konnte, ging das ja ganz easy, aber als ich in dann in den welschen Jura vorstiess, kam ich mit meinem «verkrusteten» Französisch schon an meine Grenzen. Die Leute waren aber so nett und hilfsbereit, dass ich es schlussendlich auf die Reihe brachte.

Die an unsere Bedürfnisse angepasste Route

Tag 1 – Dielsdorf – Brugg

Ja, wie könnte es anders sein, ich war natürlich am Morgen schon ziemlich nervös. Würden wir es schaffen, würde alles klappen, würde, würde, würde…. Um meine Nervosität ein bisschen zu lindern brachte mich Chris nach Schaffhausen an den Bahnhof, somit konnten wir schon zweimal umsteigen vermeiden.

Es klappte aber alles wie am Schnürchen, Zürich HB umsteigen und flugs waren wir in Dielsdorf. Die Spannung wandelte sich rasant ins schwitzen und schnaufen. Kaum in Dielsdorf gestartet, ging es schon zackig den Stutz hoch. Erste Station war Regensberg, ein sehr malerischer Ort mit vielen gut erhaltenen Riegelhäusern.

Nach einer Trinkpause geht es weiter. Bald kommen wir auf die Lägern, wauw das ist ja richtig ruppiges Gestein, nix von gemütlichem Wanderweg. Ich muss mich mit meinem schweren Rucksack ziemlich konzentrieren, dafür sind wir im herrlich kühlen Wald, was das Ganze ein bisschen leichter macht.

Vermutlich war das die Teststrecke 😉. Jetzt gibt es einen herrlichen Wanderweg – so wie ich es mir eigentlich vorgestellt habe – und die Hochwacht sollte ja auch nicht mehr weit sein. Da werden wir dann einen kleinen Imbiss zu uns nehmen, versprach ich Ginger, nix da – wegen Renovationsarbeiten geschlossen 🙁.

Da wir ja gerüstet waren, gab es dann bei einer schönen Pause einen Snack aus dem Rucksack. Frisch gestärkt geht es weiter. Wir kommen gut voran aber es wird immer heisser. Als wir dann den Wald verlassen müssen, beginnt Ginger leicht zu schwächeln. Wir sind inzwischen vor Baden und haben aber noch ein gutes Stück bis Brugg vor uns.

Zuerst gilt es aber die ganzen Höhenmeter mittels einer steilen, langen Steintreppe abzubauen. Der Wanderweg führt über eine alte, sehr schön restaurierte Holzbrücke auf die andere Seite der Limmat. Hier müssen wir zuerst unsere Wasserdepots auffüllen.

Brücke über die Limmat

Die Hitze ist unbeschreiblich, ich hätte gesagt, gefühlte 40°😓. Zu meinem Schrecken geht der Weg wieder eine steile Treppe hinauf, jetzt sind wir beide ziemlich k.o. Bald kommen wir auf eine Hauptstrasse wo ich eine Buslinie entdecke. Kurz das Handy konsultiert und dann schwupps in den nächsten Bus eingestiegen. Wir fahren bis zur Endstation: Baldegg. Die letzten Höhenmeter konnten wir somit umgehen.

Wir haben noch ein ziemliches Stück vor uns und erschwerend auf dem Asphalt. Da laufen wir glücklicherweise in Gebensdorf an eine Busstation und der Bus, welcher direkt nach Brugg-Campus fährt, trifft auch gleich ein. Ich bin sowas von erleichtert, dass uns damit die letzten eher mühsamen Kilometer erspart bleiben.

Im Campus angekommen sind es noch 200 m bis zum Hotel Rotes Haus. Auch im Hotel ist es drückend heiss, nichts von Klimaanlage 😥. Ginger erhält gleich ihr Futter und dann liegt sie nur noch flach. Nach einer ausgiebigen Dusche, die nicht wirklich etwas bringt, wird zuerst einmal ein bisschen relaxt.

Als es ein bisschen abgekühlt hat, spazieren wir in die Altstadt, ich muss ja auch noch eine Kleinigkeit essen. Als kleine Entschädigung kann Ginger noch ein bisschen am Ufer der Aare plantschen. Aber Vorsicht ist angesagt, sie hat sehr viel Wasser und entsprechend reisst sie. Zurück im Hotel mache ich nochmals einen Lüftungsversuch, leider nicht sehr erfolgreich. Eine heisse Nacht ist angesagt.

Tag 2 – Brugg – Herzberg

Im Laufe der Nacht brach ein gewaltiges Gewitter aus und es regnete in Strömen. Autsch, wenn wir bei solchem Wetter weiterwandern müssen?!? Am Morgen ist es zwar noch bedeckt, aber herrlich kühl, richtiges Wanderwetter ☺️.

Nach einem kräftigen Frühstück geht es los. Noch einen kurzen Blick auf Brugg von der anderen Seite und… na was wohl, es geht gleich wieder steil bergauf 😬.

Tja die Wanderzeit ist heute zwar kürzer, aber die Höhenmeter auch nicht viel weniger. Nach der nicht durchwegs gut durchschlafenen Nacht, eine echte Herausforderung.

Kaum oben, bin ich wieder durchgeschwitzt und die Sonne hat sich auch schon wieder durchgesetzt. Auf einem schönen Wanderweg geht es weiter, leider kein Wald in Sicht.

Ein gnädiges auf und ab durch eine schöne Gegend

Nach rund zwei Stunden treffen wir bei der sagenumwobenen Linde kurz vor Linn ein. Wahnsinn dieser Baum und wir haben ihn ganz für uns, unter der Woche ist da scheinbar nicht viel los. Gemäss der Orientierungstafel soll sie zwischen 700 und 800 Jahre alt sein und einen Stammumfang von 11 Meter haben. Ein wunderbarer Platz um eine Pause einzulegen.

Das nächste Zwischenziel ist die Staffelegg und diesmal bin ich vorsichtiger mit Versprechungen machen. Nach einer weiteren Steigung gibt es im Wald einen schönen Picknickplatz, hier machen wir Mittagsrast, zum Glück, wie sich später erweisen wird.

Staffelegg wäre eine schöne Gartenbeiz gewesen, mit Betonung auf wäre. Eigentlich hätte ich ja selbst drauf kommen können, wir haben in der Schweiz vielmals bei Gaststätten Montag und Dienstag Ruhetag und das war hier natürlich auch wieder der Fall.

Somit nehmen wir die letzte Etappe für heute in Angriff. Ginger macht die Hitze wieder zu schaffen. Sobald sie ein Schattenplätzchen entdeckt saust sie vor und wartet liegend bis auch ich eintreffe.

Kurz vor dem Ziel geht es nochmals stutzig hoch. Die letzten Reserven werden aktiviert und dann stehen wir plötzlich vor dem Hotel Herzberg.

Hotel Herzberg, Bildungs- und Begegnungshaus

Wir erhalten ein Riesenzimmer für uns alleine – schön kühl -, dann «same procedure as every day», duschen, Sachen auswaschen etc. Dann mache ich es wie Ginger und schlafe eine grosse Runde 😊.

Ginger im Tiefschlaf

Durch’s weit offene Fenster werde ich durch Stimmengemurmel geweckt. Oh, es ist ja bereits Essenszeit. Ich treffe im Speisesaal noch zwei Männer die sich auf die Route gemacht haben. Es gibt natürlich viel zu erzählen und es wird ein spannender Abend. Das Nachtessen ist lecker, leider ist die Portion viel zu gross und ich muss viel stehen lassen. Alles in allem ein sehr schöner Abschluss dieses Tages.

Tag 3 – Herzberg – Wisen

Nach so viel Schlaf bin ich natürlich schon um 6:00 Uhr wach und munter. Frühstück gibt es leider erst um 8:00 Uhr. So wird halt der Rucksack in aller Ruhe gepackt, damit ich nach dem Essen gleich losstiefeln kann. Das Frühstück ist sehr lecker, aber ich halte mich zurück, man weiss ja nie, ob es gleich wieder mit einer Steigung losgeht 😉.

Die heutige Etappe ist sehr angenehm, sowohl mit den Höhenmetern wie mit der vorgesehenen Zeit. Da es leicht bedeckt ist, sind auch die Temperaturen viel angenehmer.

Den höchsten Punkt des Kantons Aargau ignorieren wir, heute keine zusätzlichen Herausforderungen, soweit ist der Plan bis jetzt.

Im letzten Drittel unserer Tagesetappe treffen wir zum ersten Mal auf eine Wiese mit Kühen und zwar eine ziemlich grosse Wiese. In dem Moment bin ich sehr froh, dass die Sonne wieder scheint, die Kühe haben sich in eine schattige Ecke zurückgezogen und wir können in aller Ruhe passieren.

Zwischendurch es eine Trinkpause und ein kleines Fotoshooting.

Am Schluss gab es doch noch eine Extraschleife. Bei einem Bauernhof wäre der Weg quer durch eine gut mit Kühen bestückte Wiese gegangen, gleichzeitig ging ein Weg Richtung Wisen rechts weg. Die Verlockung, die Kühe zu umgehen, war stärker als nochmals genau die Route zu checken. Falsche Entscheidung! Nach vielem, zum Teil steilen, Querfeldeingestapfe bin ich dann oberhalb der Kuhwiese wieder angekommen. Toll!!

Wieder voll verschwitzt ging es nun auf dem offiziellen Weg weiter. Das hatte uns sicher 45 Minuten gekostet 😤. Ziemlich sauer bin ich dann bei einer Unebenheit auch noch hingefallen. Nicht schlimm, aber ärgerlich. Der Versuch mit dem schweren Rucksack aufzustehen, scheiterte jämmerlich. Also Rucksack ausziehen, aufstehen und wieder anhängen.

Am Tagesziel angekommen wurden wir durch das sehr hübsche, kleine Hotel Frohburg mehr als entschädigt. Scheinbar sah ich einigermassen geschafft aus, Herr da Luz meinte nämlich, ich solle mir doch erst mal ein Getränk gönnen. Keine schlechte Idee, das Panaché schmeckte ausgezeichnet.

Nach dem Zimmerbezug und der Versorgung von Ginger, gab es eine ausgiebige Dusche. Das anschliessende leckere Nachtessen, Kalbsleber und Rösti, machte das Geschehene schnell wieder vergessen. Bald trudelten dann auch noch die beiden Wandergesellen von gestern ein. Tröstlich, auch sie hatten sich verlaufen 🤣. Wir haben dann bei einem gemeinsamen Glas Wein viel über unsere Erlebnisse gelacht.

Tag 4 – Wisen – Tiefmatt

Leider habe ich sehr schlecht geschlafen. Nach einem guten Frühstück und der Verabschiedung von den zwei Wanderkollegen geht es nicht ganz so frisch los.

Na, drei mal raten, wie geht es weiter? Genau steil bergauf und auch wieder runter. Nicht dass es uns auf einmal zu wohl wird. Dann sind wir in Hauenstein angelangt.

An so einer schönen Oldtimer-Sammlung konnte ich natürlich nicht einfach vorbei marschieren. Kurze Trinkpause, ein paar Fotos, aber dann mussten wir weiter. Heute war eine grössere Strecke mit einigen Höhenmetern angesagt.

Es kam eine ellenlange, bestens ausgebaute Strasse, nicht asphaltiert, aber topfeben und mit einer anhaltenden, schweisstreibenden Steigung. Macht nicht wirklich Spass. Diese Strasse wurde im ersten Weltkrieg von diversen Kompanien gebaut, welche sich überall mit Wappen und Inschriften verewigt haben.

Es ist sicher von der Bodenbeschaffenheit bequem zu marschieren, aber sehr viel befindet sich an der Sonne und es ist sehr heiss. Wir sind beide froh, als wir oben sind.

Es gibt aber noch eine kleine Belohnung. Später kommen wir durch ein sehr schönes, kühles Tal mit einem kleinen Bächlein, wo Ginger sich ein bisschen abkühlen kann.

Trotz Müdigkeit kommen wir flott vorwärts und sind um 13:00 Uhr in Bärenwil. Dort geht es dann in die Beiz mit dem stimmigen Namen «Chilchli». In der irrigen Meinung, dass es nachher nicht mehr so weit ist, genehmige ich mir ein Panaché. Es wird mir leid tun.

Nach der Pause geht es sehr ruppig, steil bergan bis zur Schlosshöchi. Aber schon klar, irgendwoher mussten die berechneten Höhenmeter ja her-kommen 😅. Oben angekommen, geht es noch ein gutes Stück über Wiesen. Eigentlich wunderschön aber drückend heiss.

Dann gibt es für Ginger ein High-Light. Wir treffen auf einen Berner mit seiner Podenco-Hündin. Die beiden haben ihren hellen Spass und sausen gemeinsam laut bellend über die Wiesen. Alle Müdigkeit ist vergessen. Er macht die Route umgekehrt und meint, dass die wirklich schöne Höhenwanderung erst jetzt richtig beginnt! Da bin ich ja mal gespannt.

Weiter geht’s, wir haben noch ein Stück zu bewältigen. Ginger ist geschafft, Kühe und Pferde sind nicht mehr von Interesse 😊, worüber ich ganz froh bin.

Bei der Ankunft bin ich sehr angetan, über das sehr schöne Gasthaus Tiefmatt, alles ist neu renoviert. Ein sehr nettes Team nimmt uns in Empfang. Heute hat Ginger zusätzlich noch eine Portion Nudeln verdrückt, wohlverdient, dann war sie nur noch platt.

Mit dem Wunsch heute tief und fest zu schlafen, verdrückten wir uns nach einem feinen Nachtessen ziemlich bald auf’s Zimmer.

Nur noch schlafen!!!!

Tag 5 – Tiefmatt – Hinteregg

Ich habe ganze 10 Stunden geschlafen, herrlich, zwar ab und zu erwacht, aber immer wieder postwendend eingeschlafen. Gestern habe ich um ein Lunchpaket gebeten, da es heute einige Höhenmeter zu bewältigen gab. So sind wir ca. 06:30 Uhr gestartet.

Und es geht gleich zur Sache. Nach einem steilen Aufstieg, zuletzt in den Felsen, erreichen wir den Roggenschnarz. Zum Glück sind wir so gut ausgeschlafen 😄. Treppen mit dem schweren Rucksack sind ziemlich anstrengend.

Dann ist auf einem wunderschönen Höhenweg Entspannung angesagt. Wir kommen auf der Roggenflue an und machen eine kleine Fotopause und natürlich wird auch noch etwas getrunken.

Auf einem steilen Abstieg kommen wir um 10:00 Uhr in Balsthal an. Eine kurze Strecke am Rande der Stadt, dann steigen wir wieder – steil – in den Wald ein, d.h. von 425 auf 1’225 Höhenmeter. Der Anfang ist tierisch, sowohl Hund wie Chefin sind am japsen.

Knapp in der Hälfte müssen wir eine Pause einlegen. Tja und wer kommt da zu marschieren: meine beiden Wanderkollegen. Das wird vermutlich das letzte Mal, ihre heutige Station wird Weissenstein sein.

Als wir nach diesem happigen Anstieg Schwengimatt erreicht haben, gönnen wir uns in der Schmidenge eine Schorle. Von jetzt an können wir es gemütlich nehmen, das Gröbste ist geschafft.

Auf dem Aussichtspunkt Hellichöpfli ist die Sicht nicht gut. Es ist diesig und die Fotos sind entsprechend. Auf einer steilen Steinstufe geht es bergab, da wir schon ein bisschen müde sind, ist Konzentration angesagt.

Bald kommen wir in Hinteregg an. Sehr schöner Hof mit integriertem Restaurant, eine Bergwirtschaft. Über der Scheune wurden drei kleine Zimmer angebaut, einfach aber der Zweck wird mehr als erfüllt.

Es war alles sehr harmonisch, moderne Bauernfamilie mit netten Kindern. Das Essen war sehr gepflegt und man legt Wert auf gute Produkte. Hier würde ich gerne nochmals hingehen. Könnte man mit einer Ural-Tour verbinden 😌.

Tag 6 – Hinteregg – UnterGrenchenberg

Da ich heute eine lange Tour eingeplant hatte, war die Vereinbarung mit dem Bauern, das Frühstück um 06:30 Uhr zu erhalten. Aber er hatte gloor-reich verschlafen 😆, so war der Start nach einem sehr guten Frühstück um 07:00 Uhr. Da es ihm so peinlich war, geleitete er mich mit seinem Au-pair durch die Rinderherde. Darüber war ich natürlich mehr als froh, da die ja noch alle frisch und munter waren ☺️.

Zum Abschluss gibt er mir noch einen Tip betreffend des Weges, welcher sich als sehr gut erweist. Somit kommen wir wirklich auf einen Höhenweg und müssen nicht zuerst wieder ab- und aufsteigen. Dies nicht der ausgezeichnete Weg, aber er mündet wieder in den Jura-Höhenweg.

Das Wetter ist heute bedeckt und zwischendurch gibt es Regengüsse. Die Montage des Poncho wird zum ersten Mal geübt und es ist wirklich eine sehr gute Anschaffung gewesen. Wir treffen einen weiteren Wanderer der Route 05 und er hat den gleichen Poncho in grün 🙂 wir würden glatt als Wichtel durchgehen. Nach einem kurzen Schwatz geht es weiter.

Als wir die erste Höhe geschafft haben, geht es zügig weiter. Dann kommt leider eine Schikane. Nachdem es in den letzten Wochen ja sehr intensiv geregnet hat, gab es einige Gesteinsabstürze. Nun kann ich den ausgezeichneten Weg nicht gehen, er ist gesperrt. Tja, wir müssen alles runter und dann auf der anderen Seite wieder hoch, ein paar zusätzliche Höhenmeter. Freut mich nicht wirklich.

Endlich wieder oben geht es dann weiter Richtung Balmberg und Weissenstein. Nun ist die Strecke angenehm, aber das Wetter wird zusehends unbeständiger. Balmberg ist scheinbar ein beliebtes Ausflugsziel, ich entdecke einen Seilpark und viele Kinderattraktionen. Ich lasse mir aber wegen des Wetters nicht viel Zeit.

Wir sind noch nicht im Regen, aber bald!

Nicht weit vor Weissenstein wird es immer stürmischer. Ich beschliesse den Poncho wieder überzuziehen, aber bei dem Wind ein Ding der Unmöglichkeit. Zum Glück feiern ein paar junge Männer in der Nähe und ich nichts wie hin. Die helfen mir dann und wollen mich auch noch zu einem Glas Wein einladen, aber danach ist es mir jetzt nicht wirklich. Ich bedanke mich und wir marschieren stramm weiter. Kaum habe ich alles montiert, geht der strömende Regen los. Aber Poncho ist das gar kein Problem, man ist wirklich gut geschützt.

Somit wird es nix mit dem wunderbaren Alpenpanorama vom Säntis bis zum Montblanc. Auch für eine Angus-Kuhherde mit Jungen haben wir keine Musse. Sie befinden sich zum Glück hinter einem gut gesicherten Zaun ☺️. Es ist eine Mutterkuhherde und an verschiedenen Stellen des Zaunes gibt es Hinweistafeln in diesem Zusammenhang. Ich nehme mir dann doch die Zeit und lese ein paar davon. Die Informationen sind sehr interessant und gut verständlich erklärt.

Inzwischen hat sich das Wetter wieder beruhigt und der Poncho wird wieder eingepackt. Nach einer problemlos durchquerten Rinderweide geht es nochmals stutzig den Berg hoch. Hasenmatt ist mit 1’444 Metern der höchste Punkt im Kanton Solothurn. Kaum oben kann ich gerade noch schnell ein Föteli machen und dann geht ein Unwetter los wie ich es so noch nie erlebt habe.

Schnell wieder den Poncho übergestülpt und dann in Riesenschritten weiter. Ginger habe ich sicherheitshalber an die Leine genommen. Inzwischen haben wir eine Gruppe Wanderer eingeholt. Da fühlt man sich bei diesem Getose aus Blitz und Donner doch ein bisschen besser. Dann schlägt der Blitz zwei Mal unmittelbar bei uns ein, es ist furchtbar. Ginger springt sicher fast einen Meter in die Luft und dann ist kein Halten mehr.

Sie ist nur noch panisch, ein wild gewordener Husky ist nichts dagegen. Dann müssen wir eine steinige Schlucht runter, alles ist glitschig, einfach nicht umfallen!!! Das eine Paar geht vor mir, so habe ich eine kleine Bremse eingebaut. Das geht eine gute Stunde so weiter, das Gewitter hat zwar aufgehört aber bis Obergrenchenberg regnet es in Strömen.

Dann beruhigt sich das Ganze und auch Ginger ist wieder ein bisschen entspannt. In Untergrenchenberg angekommen, sumpft es nur so in den Schuhen, na das wird ja lustig, bis das alles wieder trocken ist.

Kurze Zeit später geht aber die Sonne wieder auf und ich kann meine Sachen wunderbar auf dem Fenstersims trocken. Nachdem Chris angekommen ist, gehen wir essen. Es ist super, alles sehr urig, das Essen ist tadellos und wir geniessen es in vollen Zügen. Ein empfehlenswerter Ort.

Tag 7 – Untergrenchenberg – Frinvillier

Nach einer gut durchschlafenen Nacht begrüsst uns ein wunderschöner Morgen. Da ich jetzt meinen «Privatphotographen» wieder bei mir habe, gibt es entsprechend viele schöne Photos.

Wir kommen am Morgen in einen sehr gut besetzten Frühstückssaal. Scheinbar gibt es am Sonntag jeweils Brunch. Davon haben wir natürlich auch profitiert😀. Das Buffet war der absolute Hammer und ein so gutes Birchermüsli habe ich noch nie gegessen. Wir geniessen es in vollen Zügen.

Nachdem auch hier die Strasse nach Grenchen abgerutscht war, konnte man nicht mit den ÖV hochfahren. So war es nicht möglich das Auto stehen zu lassen und auf dem Rückweg abzuholen. Wir fuhren also direkt nach Frinvillier. Gemäss Wanderführer war diese Strecke auch nicht so eindrucksvoll, also hatten wir vermutlich nicht viel verpasst.

Für den Zimmerbezug waren wir natürlich noch viel zu früh. Wir entschlossen uns also die Taubenlochschlucht zu besuchen. Ginger hatte ihre helle Freude, sie konnte wieder einmal ausgiebig plantschen. Es ist ein sehr schöner Spaziergang, ca. 3 km lang und wird sehr rege von Ausflüglern benutzt.

Beim Eingang zur Taubenlochschlucht gibt es ein hübsches kleines Lokal mit Garten, das Restaurant des Gorges. Da haben wir eine kleine, leckere Mahlzeit zu uns genommen.

Man kann hier auch übernachten, aber leider ist ab Sonntagnachmittag geschlossen

Wir machen noch einen kleinen Ausflug an den Bielersee. Aber bei dem Wetter ist natürlich alles überlaufen und wir kehren bald wieder nach Frinvillier zurück. Dort parken wir gleich das Auto am Bahnhof und dann ist Zimmerbezug.

Das Hotel ist ziemlich schäbig, wir lesen noch ein bisschen und legen uns früh hin. Morgen wird es ziemlich steil.

Tag 8 – Frinvillier – Courtelary

Wir haben gut geschlafen, aber das Frühstück bestätigt den schlechten Eindruck vom Hotel und wir machen uns so schnell als möglich auf den Weg.

Wie hat es im Buch geheissen: Der Aufstieg auf den ersten Kilometern ist recht stotzig. Ja, da kann ich nur beipflichten. Obwohl es durch den Wald ging und es noch früh am Morgen war, kamen wir ziemlich ins schwitzen.

Nach diesem steilen Aufstieg geht es mässig steigend abwechselnd durch Wald und über Weiden, um bei Crêt du Soleil den Grat zu erreichen. Der Weg wird immer wieder von den hier üblichen Métaries gesäumt und auch viel Vieh ist anwesend.

In der Halbzeit des heutigen Pensums machen wir bei einer sehr hübschen Alpwirtschaft eine kleine Pause. Eine lautstarke und wilde Begrüssung von allerlei Hofgetier. Zum Glück ist Ginger schon ausgepowert und nimmt die Angelegenheit einigermassen gelassen.

Kurz nach Mittag treffen wir in unserer Unterkunft ein, Métairie du Bois-Raiguel. Ein Schmuckstück. Wir sind schwer beeindruckt. Durch die Scheune gelangt man in den Zimmertrakt. Und das Beste, die Zimmer haben eigene Duschen.

Der Inhaber – Marcel Bühler – hat Milchvieh und produziert Gruyère-Käse. Eigentlich ist am Montag Ruhetag, trotzdem bietet er uns für den Abend ein Fondue an, was wir natürlich nicht ausschlagen können 🤗. So war es gar nicht schlecht, dass das Hotel auf dem Chasseral keine freien Zimmer mehr hatte. So schön wäre es sicher nicht gewesen.

Vor dem Abendessen gab es noch ein interessantes Gespräch in welchem er uns auf die Mutterkuhhaltung aufmerksam machte, welche hier in der Region sehr verbreitet sei. Mit Hund sei Vorsicht geboten. Wir bedankten uns für den Tip. Wir sollten schneller mit dieser Begegnung konfrontiert werden als uns lieb war. Müde und zufrieden ging es zur Nachtruhe.

Tag 9 – Courtelary – Dombresson

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem Blick zurück auf unser Abschiedskomitee 🙂 ging es weiter Richtung Chasseral.

Sie waren sowas von neugierig!!!

Es ging flott vorwärts, aber nicht lange kam der Horrortrip!! Eine sehr enge Passage, Zaun, dahinter ein paar Gusteli und wieder dahinter Kühe. Es gab keine Möglichkeit, das Ganze zu um gehen. Rechts eine kleine Mauer mit einem Stacheldraht, daneben ein knapper Meter voll bewachsen mit Bäumen, Dornengestrüpp und Brennesseln, dahinter ging es ziemlich steil runter. Auf der anderen Seite ungefähr ähnlich. Wir also auf die Weide.

Schon klar dass Ginger, die Appenzellerin, die Klappe nicht halten konnte und wollte. Und dann ging das Drama los, auf einmal sahen wir die Kleinen und die Kühe kamen ziemlich zackig auf uns los. Zuerst versuchte ich noch Ginger zu halten, aber als die ersten Kühe anfingen, mit den Hufen zu scharren und mit den Hörnern nach uns zu stossen schrie Chris: lass sie los! Es war absehbar, dass die Situation von uns nicht mehr kontrolliert werden konnte. Die Kühe im Rücken, darunter ein Longhorn, flüchteten wir buchstäblich Richtung Zaun.

Man kann sich sicher vorstellen, dass über einen Stacheldrahtzaun zu klettern, mit schwerem Rucksack am Rücken und der Angst im Nacken, schon eine grössere Herausforderung war. Dann blieb ich noch mit der Hose hängen, Blick nach hinten, das Longhorn dicht hinter mir. Ich hätte schreien können.

Nachdem wir hinter dem Zaun waren, wollte Chris unsere Peiniger noch festhalten

Als wir alle heil hinter dem Zaun angekommen waren, ging es meterweise durch dichtes Dornengestrüpp, immer sorgsam darauf achtend, nicht auszurutschen. Es ging wirklich ziemlich steil runter. Netterweise 😔 gaben uns die Kühe auf der anderen Seite des Zaunes ihr Geleit, also nix von wieder auf die andere Seite wechseln.

Tja hinter dem Zaun sind sie ja wirklich kleine Schönheiten!!

Eine Weide auf dem Jura ist meistens grossräumig, entsprechend lang
war auch diese Umgehung. Irgendwann blieben die Kühe doch stehen und Chris wagte sich schliesslich wieder auf die andere Seite. So lange die Viecher ihren gewissen Abstand haben ist Ginger auch ruhig.

Zur Sicherheit blieb ich noch weitere ca. 30 Meter im Brennessel- und Dornengestrüpp, bevor auch ich wieder den Zaun in Richtung Weide unterquerte. Die Erleichterungstränen flossen, es war überstanden.

Dann geht es langsam aber stetig steigend Richtung Chasseral. Man hat viel Zeit das Erlebte in einem ersten Schritt zu verdauen. Aber beim kleinsten Kuhglockengeläut läuten sämtliche Alarmglocken Sturm. Im dicken Nebel um den Gipfel des Chasseral herum erkennen wir wieder einige Kühe, können diese hier aber wirklich weiträumig umgehen.

Leider, leider ist alles in einem dichten Nebel und von der angekündigten, phantastischen Aussicht ist leider nichts zu sehen.

Ein kurzer Abstieg führt zum Hôtel Chasseral, wo wir eine kleine Pause einlegten, bevor es weiterging.

Vom Chasseral aus führt der Weg meist abwärts. Zum Teil Wege, manchmal auch nur Weiden an vielen Métairies vorbei. Eine malerische Gegend, sofern die Sonne scheint 😞.

Da im Hotel in Le Pâquier keine Hunde gestattet sind, hatte ich ein Zimmer in Dombresson reserviert. Glück im Unglück. Als wir Richtung Le Pâquier kamen war auch hier der Weg wegen Erdrutschen und Steinschlages gesperrt und musste umgangen werden.

Von Villier bis Dombresson nahmen wir den Bus, wir hatten keine Lust mehr auf der Strasse zu marschieren. Nach einer herzlichen Begrüssung im Hôtel de Commune Dombresson wurden wir mit einem kühlen Bier verwöhnt.

Abends gab es leckeren Fisch und natürlich ein gutes Glas Wein aus dem Kanton Neuenburg. Nach einem sehr amüsanten Abend fielen wir todmüde ins Bett.

Tag 10 – Dombresson – LE Grand Coeurie

Gut ausgeschlafen, genossen wir ein sehr gutes Frühstück. Wir machten uns aber früh auf den Weg, da wir heute doch ein gutes Stück des Weges vor uns hatten und man weiss ja doch nie, mit was für Überraschungen man zu rechnen hat.

Zuerst mussten natürlich die gestern vernichteten Höhenmeter wieder erarbeitet werden. Auf dem La Colle angekommen führte ein schöner Weg über Weiden und Wälder weiter Richtung Vue des Alpes.

Die erste Sicht auf den Neuenburger See

Auf dem langezogenen Mont Amin wanderten wir Richtung Vue des Alpes immer wieder mit Aussicht auf den Neuenburgersee.

Kurz vor Vue des Alpes mussten wir noch einen kurzen Abhang über eine Weide mit Kühen. Ich sah wie sie sich diese in Bewegung setzten. Die Angst brach aus, ich wollte da nicht durch. Da entdeckte Chris so knapp in der Mitte ein kleines Generatorenhaus, welches hinter einem sicheren Zaun stand. Er nix wie hin und Glück gehabt, die Türe war auf. Ich war noch nie so schnell mit meinem schweren Rucksack unterwegs – ufff, in Sicherheit.

Kaum hinter dem sicheren Zaun und die Stampede ging los. Gut die Kühe waren jetzt nicht auf die Menschen fixiert, aber sie wollten einfach auf die andere Weide und der Alphirt hatte ihnen gepfiffen. In wildem Galopp rasten sie an uns vorbei. Bei dem Getümmel sahen wir zwei Frauen rennen und ein Hund raste voraus. Es war schlussendlich alles gut gegangen, aber ein weiterer Schreck sass in den Knochen.

Im Restaurant Vue des Alpes haben wir dann die zwei Frauen, mit Hund, wieder angetroffen. Ja der Hund hätte eine Riesenangst vor Kühen und würde immer im gestreckten Galopp die Flucht ergreifen. Aber es sei alles schon sehr eindrücklich gewesen. Im wahrsten Sinne!

Wir bleiben heute meistens über 1’000 m Höhe und da der Weg mehrheitlich auf dem Kamm verläuft, hat man bei diesem Wetter eine wunderbare Fernsicht.

Über den Tête de Ran erreichen wir auf einem leicht ansteigenden Weg durch grosse Weiden – die Kühe sind alle hinter Zäunen 😌 – den Mont Racine. Eine sehr schöne, beschauliche Wanderung. Auf dem Gipfel gönnen wir uns eine Pause.

Bald kommen wir an einem alten, sehr schönen Juragehöft vorbei – Grande Sagneule. Ich hatte da angefragt wegen Übernachtung, aber leider akzeptieren sie keine Hunde. Hier hätte es mir echt gefallen. Aber wenn sie schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann ich auch das verstehen.

Langsam näherten wir uns unserem Ziel – Le Grand Coeurie. Aber was sah ich bei der Abzweigung, die wir hätten nehmen sollen – eine Mutterkuh-herde – und da hätten wir durch müssen. Nein, da bringen mich keine zehn Pferde durch, lieber mache ich einen Umweg. Gesagt – getan.

Aber es blieb uns nichts erspart. Am Schluss mussten wir noch über eine Riesenweide mit sehr vielen Rindern. Ich hatte mich schon früher mit einem dicken Prügel bewaffnet und der war jetzt von grossem Nutzen. Ich lief mit wild kläffendem Hund voran und Chris deckte mich von hinten mit besagtem Prügel ab. Das lief gar nicht so schlecht. Als wir Richtung Hof kamen, gab es viele Neugierige, die sich das Schauspiel ansahen. Tja, wie heisst es so schön: Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen.

Es war alles sehr einfach. Es gab keinen Strom, nur kaltes Wasser, aber die Betten waren sehr gut. Ich hatte das Abendessen zum voraus bestellt: Poulet vom Holzkohlegrill, die Spezialität des Hauses.

Nach einem kleinen Rundgang über den Hof, stellte ich fest, dass der ursprünglich geplante Weg – der bei den Mutterkühen vorbei – am Schluss durch gestandene Eringer geführt hätte. Puhhh, Glück gehabt, das hätten meine Nerven vermutlich nicht mehr geschnappt.

Das Essen war herrlich und wurde begleitet von einem Neuenburger Roten. Wir genossen es nach dem abenteuerlichen Tag in vollen Zügen. Bei einem interessanten Gespräch mit dem Bauern machte er uns im Speziellen darauf aufmerksam, dass wir ab jetzt vermutlich mit mehreren Mutterkuhherden konfrontiert würden. Wir sollten einfach immer daran denken: Hund sofort von der Leine lassen.

Obwohl ich todmüde ins Bett gesunken war, konnte ich einfach nicht gut schlafen. Immer wieder hallte der Satz des Bauern in meinen Ohren: wir werden auf mehr Mutterkuhherden stossen. Ich hatte einfach Angst, blanke Angst. Ich war mir klar, dass ich Ginger nicht beschützen konnte, aber ich wusste ja auch nicht, wie sie sich verhalten würde. Ich kam zum einsamen Entschluss, dass ich die Wanderung beenden würde. Ich wollte keine Risiko eingehen, das war es mir nicht wert.

Tag 11 – Le Grand Coeurie – Beringen

Schweren Herzens teilte ich am Morgen Chris meine Entscheidung mit. Er fand es natürlich schade, hatte aber volles Verständnis für mich. Beim Frühstück erzählte Chris dem Bauern meine Entscheidung. Er meinte nur: Das wäre vermutlich besser, Angst sei ein schlechter Begleiter.

Wir mussten natürlich durch die gleiche Weide wie am Vorabend zurück und die Rinder empfingen uns frisch und munter. Wir hatten ja jetzt unsere Technik mit Stock und Brüllen. Aber irgendwann wurde ich stinksauer und liess Ginger los. Was dann geschah, war unglaublich. Sie trieb die Rinder buchstäblich von uns weg. Sobald Chris pfiff war sie wieder bei uns. Als sich wieder ein paar mutige Rinder näherten konnte ich sie einfach nur schicken und sie trieb sie wieder in die Ferne. Es war so einfach.

Sie haben aufgegeben uns zu begleiten!!

So ging das eine Weile und irgendwann kapitulierten die Rinder und liessen uns unbehelligt weiterziehen. Ich habe Ginger noch nie so stolz gesehen, hoch erhobenen Hauptes und strotzend vor Energie lief sie zwischen uns. Das hätte ich nie geglaubt, aber sie hatte es tatsächlich in den Genen.

Hätte ich früher mehr Vertrauen in sie gehabt, wäre vermutlich Einiges anders gelaufen. Trotzdem Mutterkühe sind anders, die hätten sich sicher nicht so leicht einschüchtern lassen!

Nun ging es weiter Richtung La Tourne. Da hatten wir einen direkten Bus nach Neuenburg und dann ging es mit dem Zug weiter nach Frinvillier, wo unser Auto stand.

Mit gedrückter Stimmung gingen wir den letzten Teil der Reise an. Klar war ich ein bisschen enttäuscht, dass ich es nicht ganz geschafft hatte. Aber trotz allem geht Sicherheit vor und wir hatten viele schöne Erlebnisse. Die sollten jetzt nicht dadurch getrübt werden.

Mal sehen, wo uns die nächsten Fernwanderung hinführen wird.

Ein Gedanke zu “Jura-Höhenweg”

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