Aktivitäts-Tracking für den Hund

Nachdem unser Test des «Tractive GPS DOG 4» nicht zu unserer Zufriedenheit verlaufen war und wir das Gerät deshalb zurückgeschickt hatten, war Ursulas Anliegen weiterhin ohne Lösung.

Logo des Aktivitäts-Trackers «Animo»; Bildquelle

Zur Erinnerung:

Ursula ist speziell an einer automatisierten «hands-free» Aufzeichnung von Xändis zurückgelegten Wegstrecken interessiert, zur Protokollierung und späteren Auswertung ihrer (Xändis) Mantrailing-Leistung. Auch auf geplanten mehrtägigen Wanderungen mit Xändi möchte sie das tatsächliche Verhältnis von Aktivität zu Ruhephasen im Auge behalten.

Immerhin hatten die oben erwähnten Tests ergeben, daß Ursula mit ihrem iPhone 13 bereits ein Gerät mit hervorragendem GPS-Empfang besitzt. Also lag es nahe, zumindest den ersten Teil der Anforderungen über eine geeignete Smartphone-«App» zu erschlagen. Zur Planung unserer eigenen Zweibeiner-Wanderungen hat Ursula bereits ein Abo bei outdooractive. com, während ich schweizmobil.ch bevorzuge. Beide Anwendungen bieten die Möglichkeit, den zurückgelegten «Track» mit dem Smartphone aufzuzeichnen und auch zu exportieren. Nach Vergleich der Aufzeichnungen der gleichen Wanderung in beiden Anwendungen bevorzugt Ursula diejenige von outdooractive.com:

Ein Beispiel-Track aus outdooractive.com, aufgezeichnet mit iPhone 13

Ein winziger Wermutstropfen bleibt:

Tatsächlich wird die Wegstrecke des Smartphones aufgezeichnet, nicht diejenige unseres Hundes. Aber da beim Mantrailing Hund und Chefin ein Team bilden und sich beide beim Trailen dank Schleppleine nicht nennenswert voneinander entfernen, spielt das keine grosse Rolle.

Bleibt die Aktivitätsüberwachung:

Nach kurzer Recherche haben wir uns für die «Animo» Lösung von surepetcare.com entschieden. Der (die?, das?) «Animo» ist ein kleiner Chip, 37mm im Durchmesser und 22 Gramm leicht, welcher am Hundehalsband befestigt wird. Er enthält einen Erschütterungs- bzw. Beschleunigungssensor, etwas Speicher und eine Batterie – versprochene Betriebszeit ca. 6 Monate, was ich zumindest nach bisher ca. eineinhalb Monaten Nutzung nicht bestreiten kann.

Der Animo Tracker – Bildquelle

Der «Animo» benötigt keinerlei Funkverbindung sondern speichert laut Herstellerangaben die Erschütterungswerte bei Nicht-Synchronisation 3 Wochen lang in seinem eingebauten Speicher – eine viertägige Trennung von unserem Hund wurde jedenfalls problem- und lückenlos abgedeckt. Das Auslesen bzw. die Synchronisation mit der zugehörigen Smartphone-App geschieht drahtlos über Bluetooth, und zwar jedesmal wenn man die App auf dem Smartphone öffnet und(!) sich der Hund gleichzeitig in Bluetooth-Funkreichweite befindet. Insofern gibt es keine Probleme mit Funklöchern, GPS-Satelliten-Abschattung o.ä..

Der Vollständigkeit halber: prinzipbedingt ist ein Fernabfrage, z.B. aus dem Urlaub, während sich Hundsi beim Hundesitter befindet, nicht möglich. Grund hierfür ist, dass die Synchronisation zwischen «Animo» und App über Bluetooth Low Energy mit einer Funkreichweite von ca. 10 meter erfolgt, während man Urlaube ohne Hund regelmässig in grösserer Entfernung zum Hund verbringt.

Bei erstmaliger Inbetriebnahme der «Animo»-App muss man ein paar Angaben zu Rasse, Alter, Gewicht und typischen Nachtzeiten des Hundes machen. Danach beginnt eine ca. 10-tägige «Lernphase», in der die App den durchschnittlichen «Normalzustand» des Hundes kennenlernt. Daher sollte man mit der Nutzung von «Animo» und App nicht gerade beginnen, während der Hund krank oder evtl. läufig etc. ist, sonst würde man später an einem verfälschten Normalzustand gemessen.

Die App informiert sowohl über tagesaktuelle Werte zum Zeitpunkt der letzten Synchronisation zwischen «Animo» und App …

Tageswerte zum Zeitpunkt der letzten Synchronisation

… als auch aggregiert über Monatsdurchschnittswerte, mit Drill-Down auf Tagesvergleich, Wochentagsvergleich und Sicht auf Einzel-Tagesverlauf von:

  • Aktivität
  • Kalorienverbrauch
  • Ruhezeit
  • Schlafqualität
  • Wohlbefinden
  • Bellen

In der Tagessicht wird in den einzelnen Kategorien auch angezeigt, wie weit der aktuelle Wert noch vom historischen Durchschnittswert entfernt ist. Zumindest bei der Schlafqualität haben wir beobachtet, dass dieser Referenzwert «selbstlernend» ist, also sich als gleitender Durchschnitt an schleichende Veränderungen anpasst. Das erscheint mir durchdacht.

Ich finde es spannend, wie man alleine anhand der (Tief- oder Hochpass-gefilterten) Analyse von Erschütterungswerten eines Sensors am Hundehals auf derart differenzierte Aussagen zu den obigen Punkten gelangt. Aber auch nach sehr kritischem Vergleich mit meinen eigenen Beobachtungen habe ich hier bisher keine unplausiblen Aussagen gefunden.

Klar scheint mir, dass anhaltende und starke Erschütterung des Sensors auf die Aktivität des Tiers schliessen lässt, also Rennen, Spielen, Tollen etc..

Aus dem Alter, Geschlecht, Gewicht und der Rasse des Hundes kann man auf seinen Grundumsatz schliessen, wozu dann für den Gesamt-Kalorienverbrauch ein Altivitäts-abhängiger (s.o.) Zuschlag hinzugerechnet wird.

Ähnlich klar scheint mir, dass sich die Ruhezeiten als Komplement zu den Aktivitätsphasen darstellen. Wenn der Hund nicht aktiv ist, dann döst er wohl irgendwo …

Schlafqualität sehe ich ähnlich wie Ruhezeit. Nur wird hier die Ruhezeit während der eingangs festgelegten Schlafenszeit der Chefs herangezogen. Wir haben hier das Intervall zwischen 22:00 und 06:00 eingegeben. Natürlich bleibt Xändi nicht aktiv, wenn Ursula und ich uns zur Ruhe gebettet haben – dann ist auch für Xändi «Schicht im Schacht». Wir haben allerdings schon wiederholt ablesen können, wenn Ursula oder ich nachts einmal kurz auf waren um etwas zu trinken oder uns zu erleichtern, dass Xändis Schlaftiefe sich vorübergehend von «tief» auf «normal» verschlechterte, um danach wieder auf «tief» abzutauchen.

In der Kategorie Wohlbefinden wird ausgewertet, wie oft und/oder anhaltend Xändi sich gekratzt und/oder geschüttelt hat.

Und in der Kategorie Bellen wird registriert, ob bzw. wann Xändi anhaltend (!) gebellt hat.

Alles in Allem finden wir die Leistung von «Animo» sehr überzeugend und für unseren beabsichtigten Zweck perfekt! Zu den Vorteilen zählen für uns neben dem Server-losen Betrieb und der langen Batterie-Lebensdauer auch die fehlende Erfordernis eines kostenpflichtigen Abos und die Möglichkeit, auch Familienangehörigen bzw. im gleichen Haushalt lebenden Personen den Zugriff auf die Tracker-Daten einzurichten. Der vom Anbieter empfohlene UVP für «Animo» liegt dabei mit € 70,- im durchaus erschwinglichen Bereich.

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